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Missbrauchsverfahren
Geschworene beraten über die Schuld von Bill Cosby

Bill Cosby - Geschworene beraten im Missbrauchsverfahren
Bill Cosby im Gerichtsgebäude in Norristown. FOTO: rtr, CLH/
Norristown. Drei Pillen soll Cosby einer Frau vor 13 Jahren gegeben haben, um sie zu betäuben und zu missbrauchen. Im Missbrauchsverfahren gegen den Ex-Entertainer haben die Geschworenen zunächst noch keine Entscheidung finden können. Dem Schauspieler könnte ein lange Haftstrafe drohen.

Bei ersten Beratungen im Missbrauchsverfahren gegen Bill Cosby haben sich die Geschworenen vorerst nicht auf ein Urteil geeinigt. Nach vier Stunden Debatte gingen die Mitglieder des Gremiums am späten Montagabend (Ortszeit) im US-Staat Pennsylvania in ihre Hotels zurück. Weitere Gespräche soll es am (heutigen) Dienstag geben. Cosby wird vorgeworfen, eine Frau im Jahr 2004 mit Medikamenten betäubt und sich anschließend an ihr vergangenen zu haben.

An Tag sechs des Verfahrens hatten die Geschworenen, sieben Männer und fünf Frauen, nach dem Vortrag der Schlussargumente mit der Abwägung über Cosbys Schuld begonnen. Verteidiger Brian McMonagle hatte der Jury zuvor gesagt, dass Cosby und die Klägerin ein Liebespaar gewesen seien, dass "romantische Intermezzi" gehabt habe. Der frühere Komiker sei zwar untreu in seiner Ehe gewesen, habe aber kein Verbrechen begangen.

Cosby droht eine lange Haftstrafe

Die Staatsanwaltschaft hingegen sagte, die Verteidigung könne Cosby nicht vor seinen eigenen Worten schützen. In einem anderen Verfahren Jahre zuvor hatte er eingeräumt, die Klägerin begrapscht zu haben, nachdem er ihr Tabletten gab, von denen er wusste, dass diese sie zum Schlafen bringen könnten. "Jemandem Medikamente zu verabreichen und in eine Position zu bringen, in der man mit ihm machen kann, was man will, ist nicht romantisch. Es ist kriminell", so Staatsanwalt Kevin Steele. Ein Urteil in dem Fall könnte Cosby bis zum Lebensende ins Gefängnis bringen.

Video: "Er hat uns versklavt"

Bevor die Geschworenen ihre Entscheidung vertagten, forderten sie das Gericht auf, eine alte Aussage Cosbys in einem Zivilprozess gegen die Klägerin vor rund zehn Jahren zu hören. Sie argumentierten, sie wollten den "vollen Kontext" von Cosbys Aussage über die Tabletten hören, die dieser ihr zuführte. Er hatte diese als "drei Freunde" beschrieben, die der Klägerin helfen würden, zu entspannen, sagte Cosby damals vor Gericht.

Die heute 44 Jahre alte Klägerin hatte in der vergangenen Woche erklärt, der heute 79-Jährige habe ihr 2004 drei blaue Tabletten gegeben und sei dann mit seinen Fingern gegen ihren Willen in sie eingedrungen, während sie unbeweglich gewesen sei. Sie wies zurück, eine romantische Beziehung mit Cosby gehabt zu haben, vielmehr habe sie vorherige Avancen abgewiesen.

(th/ap)
 
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