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birma zyklon nargis wasser AP 2008-0507
  Foto: RPO
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Wirbelsturmkatastrophe in Birma: Birma: Hungernde Menschen stürmen Läden

zuletzt aktualisiert: 07.05.2008 - 19:53

Bangkok (RPO). Menschenmassen haben im verwüsteten Irrawaddy-Delta die wenigen Lebensmittellläden gestürmt, die am Mittwoch nach der Zyklon-Katastrophe zum ersten Mal wieder öffneten. Der Hunger ist nun im katastrophengeschüttelten Birma allgegenwärtig.

Augenzeugen berichteten von Schlägereien in den Läden. In der Millionenstadt Rangun schossen die Preise für Lebensmittel in die Höhe. Auf den Märkten in der Millionenstadt verdoppelte sich am Mittwoch der Preis für Reis und Trinkwasser - ungeachtet der Beteuerungen der Militärjunta, die Situation normalisiere sich mittlerweile wieder. In Flaschen abgefülltes Wasser wurde für umgerechnet 32 Cent verkauft, mehr als doppelt so viel wie der Normalpreis. In einem Vorort der Großstadt mussten für einen Sack Reis umgerechnet 25 Euro bezahlt werden - ein astronomischer Preis in einem Land, wo die meisten Menschen mit weniger als zwei Dollar (1,30 Euro) pro Tag auskommen müssen.

Richard Horsey vom UN-Büro für die Koordination Humanitärer Hilfe in Thailand sprach von einer "großen, großen Katastrophe". Praktisch alle tiefer gelegenen Gebiete des Irrawaddy-Deltas stünden unter Wasser. Die Zahl der Toten könne noch dramatisch steigen.

In der Katastrophenregion würden Tabletten zur Wasserreinigung, Moskitonetze, Plastikplanen und Medikamente verteilt, sagte Hornsey. Allerdings seien weite Gebiete nur mit dem Boot zu erreichen. Nicht einmal per Hubschrauber könnten Hilfsgüter dorthin gebracht werden

Grausisges Bild

Den Helfern zeigt sich nach der Katastrophe ein grausiges Bild: Auf Straßen und überfluteten Feldern schwimmen zahlreiche Leichen im Wasser. Nach offiziellen Angaben hat der Zyklon "Nargis" 23.000 Todesopfer gefordert, 42.000 werden noch vermisst. Millionen Menschen sind obdachlos.

Der für Birma zuständige Vertreter der Organisation Save the Children, Andrew Kirkwood, berichtete von katastrophalen Zuständen vor allem im Irawadi-Flussdelta, der am schwersten betroffenen Region. In einer der abgelegenen Orte habe sein Team tausende Tote gesehen - "Berge von Leichen", die auf der Straße verrotteten. Besorgniserregende Berichte kämen auch aus Pyinkaya, einem 150.000 Einwohner zählenden, schwer zugänglichen Ort im Südwesten des Deltas. Dort sei bis Mittwoch noch keine Hilfe eingetroffen, die Sterbenden seien sich selbst überlassen. Bis zu 40 Prozent der Toten seien Kinder.

"Es ist ganz klar, Millionen Menschen sind obdachlos. Wir wissen nur noch nicht, wie viele Millionen", berichtete Kirkwood am Mittwoch telefonisch aus Rangun. Save the Children ist eine der wenigen Organisationen, die das Militärregime bisher in das Land gelassen hat. Kirkwood klagte über die mangelnde Kooperation der Junta. Obwohl dringend Nachschub an Hilfskräften und Hilfe benötigt werde, warteten die Helfer weiter in Bangkok auf ihre Visa.

Nach der Wirbelsturmkatastrophe in Birma hat die Internationale Föderation vom Roten Kreuz und Roten Halbmond am Mittwoch einen Spendenaufruf über vier Millionen Euro veröffentlicht. In einer in Genf veröffentlichten Erklärung hieß es, es handele sich um "einen vorläufigen dringlichen Aufruf". "Wir erwarten, dass diese Zahl und der Einsatz überarbeitet werden, sobald mehr Informationen zur Verfügung stehen", erklärte Christine South, die die Arbeit der Föderation für Asien und die Pazifikregion leitet.

Trotz anfänglicher Hindernisse kam die Hilfe der Vereinten Nationen in dem verwüsteten Land inzwischen ins Rollen. Das Welternährungsprogramm (WFP) verteilte am Dienstag die ersten Lebensmittellieferungen in Rangun. Großbritannien sagte Finanzhilfen bis zu fünf Millionen Pfund (6,4 Millionen Euro) zu. Die USA wollen die Opfer von "Nargis" mit mehr als drei Millionen Dollar (1,9 Millionen Euro) unterstützen.

Dem Wirbelsturm sind nach offiziellen Angaben mehr als 22.000 Menschen zum Opfer gefallen. Mindestens 40.000 werden noch vermisst. Ganze Dörfer wurden nach UN-Angaben ausgelöscht, eine Million Menschen verloren ihre Wohnungen.

Quelle: afp

 
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