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birma zyklon nargis wasser AP 2008-0507
  Foto: RPO
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Helfer alarmiert: Birma: Lebensmittel für Linientreue

zuletzt aktualisiert: 10.05.2008 - 10:01

Berlin (RPO). Die Militärjunta in Birma besteht darauf, die Hilfsgüter für die Millionen Wirbelsturmopfer selbst zu verteilen. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen berichten, dabei gehe es nicht gerecht zu: Unterstützung erhielten vor allem gefügige Bürger. Inzwischen hat in Birma das umstrittene Verfassungsreferendum begonnen.

"Bisher sieht man eigentlich nur, wie das Militär Güter vereilt, wir hören aber auch, dass es dabei sehr selektiv zugeht", sagte Peter Rottach, Mitarbeiter der Diakonie Katastrophenhilfe, am Freitag in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur AFP.

"Man kann nicht davon ausgehen, dass die breite, hilfsbedürftige Bevölkerungsmasse auch ordentlich versorgt wird", sagte Rottach, der mit einem Touristenvisum in Birma einreisen konnte und sich am Samstag von Rangun aus auf den Weg in das am stärksten betroffene Delta des Irawadi-Flusses machen wollte.

In Rangun seien viele Menschen mit Aufräumarbeiten und der Sicherung ihrer Existenz beschäftigt, schilderte Rottach seine in der Hauptstadt gesammelten Eindrücke. Verzweifelte Familienangehörige bemühten sich um ein Dach über dem Kopf. "Lebensmittel gibt es wohl, auch wenn die Preise um etwa 50 Prozent gestiegen sind", sagte er.

Trinkwasser sei aber oft "eine Unmöglichkeit". Viele Pumpen förderten ungenießbares, bräunliches Wasser mit Schmutzpartikeln zu Tage, es rieche "ganz schlimm nach Verwesung". Auf den Straßen hätten viele Menschen Trinkwasser in Flaschen und Kanistern dabei. "Die Leute organisieren sich untereinander, Nachbarn werden mitversorgt", schilderte Rottach die Lage.

Verfassungsreferendum hat begonnen

Ungeachtet internationaler Kritik hat am Samstag in Birma das Referendum über eine neue Verfassung begonnen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte die Militärregierung vergeblich aufgerufen, die Abstimmung auf einen späteren Zeitpunkt zu verlegen. Lediglich in den Katastrophengebieten wurde das Referendum um zwei Wochen verschoben.

Für die Junta war das Referendum eigentlich eine Routineangelegenheit, jetzt könnte die Volksabstimmung ein erstes Signal für politische Veränderungen werden. Beobachter schließen nicht aus, dass die Wähler dem Regime einen Denkzettel verpassen. In den Augen vieler Menschen hat die Regierung in den Tagen nach der Katastrophe versagt. Zehntausende kamen bei dem Unwetter ums Leben, zahllose Menschen wurden obdachlos.

Die Militärregierung sieht in der Volksabstimmung einen ersten Schritt auf dem Weg zur Demokratie, die Opposition hingegen spricht von einer Farce. Die Verfassung solle nur die Herrschaft der Generäle zementieren. Den Text setzte eine von der Junta handverlesene Gruppe auf. Allgemeine Wahlen sind demzufolge für 2010 geplant. 25 Prozent der Sitze wären den Streitkräften vorbehalten. Der Präsident könnte zudem jederzeit in einem Notfall die Macht den Militärs übergeben.

Quelle: afp

 
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