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Nach Wirbelsturm mit 350 Toten: Birma vor dem Zusammenbruch

zuletzt aktualisiert: 05.05.2008 - 10:57

Rangun (RPO). Kein Wasser, kein Strom, kein Telefon. Die Versorgung in Birma ist nach dem verheerenden Zyklon "Nargis" in weiten Teilen des Landes zusammengebrochen. Auch die Millionen-Hauptstadt Rangun ist betroffen. Kerzen werden zum doppelten Preis verkauft, für Trinkwasser müssen die Menschen lange anstehen.

Umgestürzte Bäume blockierten zahlreiche Straßen. Die Militärregierung deutete an, sie wolle trotz des Unwetters mit mehr als 350 Toten an dem für Samstag geplanten Verfassungsreferendum festhalten.

Ältere Einwohner sagten, sie hätten die ehemalige Hauptstadt mit ihren 6,5 Millionen Einwohnern noch nie so verwüstet gesehen. Die Menschen standen für Kerzen, deren Preis sich verdoppelt hatte, und Trinkwasser an. Mit Äxten und Messern versuchen sie, umgestürzte Bäume wegzuräumen. Auch die Benzinpreise schossen in die Höhe, so dass Generatoren nur sparsam eingesetzt wurden.

"Ohne mein tägliches Einkommen ist das Überleben für uns zu einem großen Problem geworden", sagte Tin Hla, der normalerweise Schirme repariert. Seine Hütte wurde von "Nargis" zerstört. Er brachte seine Familie in einem der Klöster unter, die Obdachlose aufnahmen.

Kritik wurde am Militärregime laut, das offenbar nur schleppend mit der Unterstützung für die vom Wirbelsturm betroffenen Menschen vorankam. "Wo sind all die Uniformierten, die sonst in den Straßen immer bereit sind, Menschen zu schlagen", sagte ein Rikscha-Fahrer, der namentlich nicht genannt werden wollte. Von einigen Märkten wurden Plünderungen gemeldet.

Das Außenministerium rief Botschafter zu einem Treffen zusammen. Aus Diplomatenkreisen verlautete, man erwarte, dass die Militärregierung um ausländische Hilfe bitten werde.

Der Zyklon "Nargis" kostete in Birma nach offiziellen Angaben 351 Menschen das Leben und zerstörte tausende Häuser. Fünf Regionen wurden zu Katastrophengebieten erklärt, wie der vom Militär betriebene Fernsehsender Myaddy am Sonntag berichtete. Der Wirbelsturm raste am Samstag mit 190 Kilometern in der Stunde über das niedrigliegende Land hinweg. Betroffenen waren vor allem Rangun sowie die Regionen Irrawaddy, Bago, Karen und Mon.

Quelle: ap

 
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