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Neue Einschätzungen: Bis zu 128.000 Tote nach Zyklon in Birma erwartet

zuletzt aktualisiert: 14.05.2008 - 18:26

Rangun (RPO). Laut Einschätzung des Roten Kreuzes könnte die Zahl der Todesopfer nach dem Zyklon in Birma auf 128.000 steigen. Die Hilfsorganisationen in Birma reagieren derweil mit neuen Taktiken auf die Blockade der Junta.

Nach dem verheerenden Zyklon in Birma könnte die Zahl der Todesopfer nach Einschätzung des Roten Kreuzes bis auf 128.000 steigen. Die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) erklärte am Mittwoch, sie erwarte zwischen 68.833 und 127.990 Tote. Insgesamt seien zwischen 1,64 Millionen und 2,51 Millionen Menschen betroffen.

Die Junta geht dagegen offiziell von 34.273 Todesopfern aus. Weitere 27.838 Menschen gelten als vermisst. Die Schätzungen der IFRC sind die bisher höchsten. Die UN gehen davon aus, dass der Zyklon "Nargis", der am 2. und 3. Mai über Birma hinwegzog, 60.0000 bis 100.000 Tote in dem südostasiatischen Land hinterließ.

Die Hilfsorganisationen in Birma reagieren in der Zwischenzeit mit neuen Taktiken auf die Blockaden der birmanischen Militärregierung nach dem Wirbelsturm: Trotz geringer Erfolgsaussichten müssten die Helfer zwar "weiter auf Visa drängen", sagte World-Vision-Sprecher James East am Mittwoch mit Blick auf die zahlreichen Katastrophenhelfer, die fast zwei Wochen nach dem Sturm noch auf Visa warteten.

Der in Thailand festsitzende World-Vision-Mitarbeiter Mike Pattison betonte jedoch: "Wenn wir nicht reinkommen, müssen wir uns Alternativen einfallen lassen." So könnten Birmaner in Schnellkursen zu Katastrophenhelfern ausgebildet werden, um anschließend zurück in ihre Heimat zu reisen.

Auch beim Transport müssen die wenigen ausländischen Helfer in Birma erfinderisch sein. Da sie keine Hubschrauber in das Katastrophengebiet schicken dürfen, transportieren sie Hilfsgüter über weite Strecken mit Lastern. Dann steigen die Helfer auf eigens angemietete Boote um, um die über die Ufer getretenen Flüsse zu überqueren.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat für Mittwoch eine Dringlichkeitssitzung einberufen, um die Hilfe für die Wirbelsturmopfer zu verbessern. Bei dem Treffen in New York nähmen die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats, die Südostasiatische Staatengemeinschaft (ASEAN) und andere UN-Geberländern teil. Dabei sollten "alle möglichen Optionen" diskutiert werden, wie humanitäre Hilfe Birma effizienter und schneller erreichen könne, sagte Ban. " Die Hilfe für das birmanische Volk gehe nun in die "zweite Etappe".

Nach Angaben der Militärregierung wird Birma umgerechnet rund 157 Millionen Euro zum Wiederaufbau der Landwirtschaft benötigen. Der Zyklon habe fünf landwirtschaftlich geprägte Provinzen getroffen, die mehr als die Hälfte des Reises in Birma produzierten. Dort werde das Geld für Reissamen, Dünger, den Wiederaufbau von Dämmen und Bewässerungsanlagen gebraucht. Schätzungen über die Schäden im Fischereiwesen lagen demnach noch nicht vor.

Quelle: ap

 
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