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Prozess um Tod deutscher Schüler in Türkei: Bis zu 75 Jahre Haft für Panscher gefordert

zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 15:36

Istanbul (RPO). Im Prozess um gepanschten Alkohol in der Türkei hat die Staatsanwaltschaft bis zu 75 Jahre in Haft für die Angeklagten gefordert. Zum Prozessauftakt am Dienstag, bei dem es um den Tod dreier deutscher Schüler geht, wurde nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu für jeden Todesfall 25 Jahre Haft verlangt.

Das Schwurgericht in Antalya verhandelt gegen 13 Angeklagte. Verantworten müssen sich sowohl die Alkohollieferanten als auch mehrere Mitarbeiter des Hotels. Den sieben Hauptbeschuldigten wird vorsätzliche Tötung vorgeworfen. Sechs weitere Angeklagte müssen sich wegen Beihilfe verantworten.

Zum Auftakt des Prozesses waren auch Angehörige der deutschen opfer anwesend. Nach Angaben des Lübecker Anwalts Frank Eckard Brand wollen sie sich davon überzeugen, dass das Verfahren ernsthaft betrieben wird.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der giftige Wodka aus Beständen der Akohollieferanten Cengiz und Halil E. stammte. Cengiz E. wies dies zurück. Nach seinen Angaben bezog das Hotel auch Alkohol von anderen Händlern. 

Der Anwalt der Hotelangestellten, Hakan Evcin, äußerte Zweifel an der Darstellung der Anklage. Bei der Obduktion von zwei der drei Toten sei kein Methanol festgestellt worden, sagte er. Er zog in Erwägung, dass die Schüler möglicherweise nicht durch den Alkohol, sondern durch eine falsche behandlung im Krankenhaus gestorben seien. Auch sei das Hotel nicht verantwortlich, da es den Alkohol ganz legal bezogen habe.

Die 18- bis 22-jährigen Lübecker Berufsschüler waren im vergangenen Jahr mit ihrer Klasse ins türkische Kemer geflogen. Im "Anatolia Beach Hotel" kauften sie Wodka. Was sie nicht wussten: Der Alkohol war illegal hergestellt worden und enthielt hohe Anteile des giftigen Methanols. Ein Schüler starb noch in der Türkei, zwei weitere in einem Lübecker Krankenhaus. Die anderen vier vergifteten Mitschüler überlebten.

Quelle: AFP/das

 
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