72 Mordopfer auf Farm entdeckt: Bisher 15 Tote in Mexiko identifiziert
zuletzt aktualisiert: 27.08.2010 - 06:39San Fernando (RPO). Ermittlern in Mexiko ist es bislang gelungen, 15 der im Nordosten des Landes ermordeten mutmaßlichen illegalen Einwanderer zu identifizieren. Unter den insgesamt 72 Mordopfern seien mindestens vier Menschen aus El Salvador.
Auch ein Brasilianer sei unter den Toten, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft im mexikanischen Bundesstaat Tamaulipas, der seinen Namen nicht nennen wollte, am Donnerstag (Ortszeit) der Nachrichtenagentur AFP. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt.
Anhand von bei einigen Toten gefundenen Dokumenten werde versucht, die Herkunft und die Identität der 58 Männer und 14 Frauen festzustellen, sagte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft im nordostmexikanischen Bundesstaat Tamaulipas am Donnerstag (Ortszeit). Aufgrund der Vielzahl der Leichen werde die Identifizierung und die Autopsie der Opfer jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Bei den am Dienstag auf einer Farm entdeckten Toten handelt es sich ersten Erkenntnissen der Ermittler zufolge um illegale Einwanderer aus Brasilien, Ecuador, Honduras und El Salvador, die in die USA wollten. Sie wurden vermutlich Opfer eines in der Gegend aktiven Drogenkartells. Vertreter der mutmaßlichen Herkunftsländer reisten am Donnerstag nach Tamaulipas, um die mexikanischen Ermittler bei der Identifizierung der Toten zu unterstützen.
Wenig Hinweise auf Identität
Der Botschafter von El Salvador in Mexiko, Hugo Castillo, ging ebenfalls davon aus, dass die Identifizierung der Toten keine leichte Aufgabe sei. Illegale Einwanderer reisten normalerweise ohne Ausweisdokumente, daher müssten die Ermittler in den Taschen der Toten nach den kleinsten Hinweisen auf ihre Herkunft suchen.
Die Entdeckung der 72 Toten auf einer Farm nahe der Stadt San Fernando hatte in Mexiko und anderen lateinamerikanischen Ländern Entsetzen ausgelöst. Fotos vom Tatort zeigten die Mordopfer in zwei Reihen nebeneinander liegend mit verbundenen Augen und auf dem Rücken gefesselten Händen.
Mexikos Präsident Felipe Calderón verurteilte das Massaker in einer Erklärung scharf und schrieb den Mord an den mutmaßlichen Einwanderern den blutigen Auseinandersetzungen zwischen dem in Tamaulipas dominierenden Golf-Drogenkartell und der Bande der "Zetas" zu. Die "Zetas" haben sich von dem Golf-Kartell abgespalten und machen ihrem früheren Arbeitgeber seit einigen Jahren die Schmuggelrouten für Drogen streitig.
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