Zombie-Szene: Blutbad in amerikanischer Kleinstadt-Idylle
zuletzt aktualisiert: 26.03.2006 - 11:16Seattle (rpo). Bei einer Schießerei in einem Haus in Seattle sind am Samstagmorgen sechs junge Menschen getötet worden, anschließend nahm sich der von der Polizei gestellte mutmaßliche Schütze selbst das Leben. Auf dem Weg zu dem Haus sprühte der schwarz gekleidete Täter drei Mal das Wort "NOW" (Jetzt) in oranger Farbe auf den Bürgersteig und auf die Treppenstufen eines Nachbarhauses.
Aus bisher unbekanntem Motiv zog der Mann in der Nacht zum Sonntag während der Feier in einem Haus in Seattle eine Waffe und erschoss sechs der jugendlichen Gäste, wie die Polizei mitteilte. Zwei weitere Partygäste wurden verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Bei den Todesopfern handelt es sich um fünf Männer und zwei Frauen, allesamt Teenager oder in ihren Zwanzigern. Die Feier war laut Polizei eine Party der Zombie-Szene, die Gäste hatten sich wie dort üblich als Tote geschminkt und gekleidet.
Der Täter sei selbst Gast der Party gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Augenzeugen zufolge sei er den Abend über sehr still gewesen und viel durch das Haus gelaufen. Später ging er laut Polizei zu seinem Kleinlaster, nahm sich ein Gewehr und eine Pistole und legte sich einen Patronengurt um. Auf dem kurzen Weg zurück zum Haus malte er demnach an drei Stellen das Wort "Now" ('Jetzt') auf. Als er am Haus ankam, habe er das Feuer eröffnet, in dem Gebäude brach Panik aus. Im Erdgeschoss tötete der Mann mehrere Partygäste, bevor er im Obergeschoss nach Opfern suchte. Dort habe er auch durch geschlossene Türen auf Menschen geschossen, die sich versteckten.
Aufgeschreckte Nachbarn hätten die Polizei gerufen. Als die Beamten an dem Haus ankamen, hätten sie den Amokschützen aus dem Haus treten sehen. Ein Polizist habe ihn aufgefordert, die Waffe fallen zu lassen. Daraufhin habe der Täter die Pistole an seinen Kopf gehoben und sich selbst gerichtet, sagte der Sprecher weiter. Das Gebäude in der vornehmen Capitol-Hill-Gegend der Stadt wird nach Angaben von Nachbarn öfter für große nächtelange Partys gemietet.
Zwar habe es Marijuana und Alkohol auf der Party gegeben, teilte die Polizei mit. Noch stehe aber nicht fest, ob auch der Täter unter Drogeneinfluss gestanden habe. Zahlreiche Gäste hätten die Bluttat beobachtet und stünden unter Schock. Rund 20 Menschen werden nach Polizeiangaben psychologisch betreut und zu ihren Beobachtungen befragt. Auf ein mögliches Motiv des Täters gebe es bisher nicht den geringsten Hinweis.
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