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Kirche in Texas
Blutbad erschüttert die USA

Trauer nach Massaker in Kirche in Sutherland Springs
Trauer nach Massaker in Kirche in Sutherland Springs FOTO: dpa, NRW hjb
Sutherland Springs. Nur fünf Wochen nach dem Massenmord von Las Vegas erschüttert ein weiteres Blutbad die USA. Ein Angreifer im US-Bundesstaat Texas hat 26 Menschen in einer Kirche getötet und rund 20 weitere verletzt. Texas und die USA trauern, die Welt nimmt Anteil.

Der texanische Gouverneur Greg Abbott traf trauernde Dorfbewohner und sagte, das Blutbad in Sutherland Springs sei der schlimmste Schusswaffenangriff in der neueren texanischen Geschichte. Verschlimmert werde diese Tragödie noch durch die Tatsache, dass sie sich in einer Kirche ereignet habe, "einem Andachtsort, wo diese unschuldigen Menschen niedergeschossen wurden".

Die Toten waren zwischen fünf und 72 Jahre alt. Unter ihnen war auch die 14-jährige Tochter des Pastors Frank Pomeroy, wie dieser dem Sender ABC News bestätigte. "Der Himmel hat heute Morgen tatsächlich einen wirklich schönen Engel bekommen, zusammen mit vielen anderen", schreibt ihr Onkel auf Facebook zu einem Bild des lächelnden Teenagers am Swimmingpool.

Einzelschütze tötet 26 Menschen in texanischer US-Kirche

Bundesregierung "bestürzt"

US-Präsident Donald Trump verurteilte den Angriff als "entsetzliches" Verbrechen und eine "Tat des Bösen". Auf ein Waffenproblem in den USA führte er die Tat nicht zurück: "Wir haben viele Probleme mit geistiger Gesundheit in unserem Land", aber im vorliegenden Fall gebe es kein Problem mit Schusswaffen, sagte er während seines Besuchs in Japan.

Trumps Amtsvorgänger Barack Obama, der sich vergeblich für strengere Waffengesetze eingesetzt hatte, sprach von einer "Tat des Hasses". "Möge Gott uns allen die Weisheit schenken zu fragen, welche konkreten Schritte wir einleiten können, um Gewalt und Waffen in unserer Mitte zu reduzieren", fügte er hinzu.

Die Bundesregierung reagierte "bestürzt" auf den Vorfall in Texas und verurteilte "diese sinnlose Gewalt gegen friedliche Teilnehmer eines Gottesdienstes", wie ein Sprecher des Auswärtigen Amts erklärte.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bezeichnete das Attentat als "furchtbare Gewalttat" und sprach den Angehörigen der Opfer sein tiefes Mitgefühl aus. "Wir sind in Gedanken bei unseren amerikanischen Freunden", sagte er und wünschte den Verletzten baldige Genesung. 

Schießerei in Kirche in Texas - viele Tote FOTO: dpa, NRW hpl

Die katholischen Bischöfe der USA trauern um die 26 Toten und beklagen zugleich ein "fundamentales Problem" in der US-Gesellschaft: "Eine Kultur des Lebens darf sinnlose Waffengewalt in all ihren Formen nicht tolerieren und muss diese verhindern", schrieb der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo, in einer ersten Reaktion am Sonntag. Das "unvergleichlich tragische Ereignis" lasse die lange Reihe von Massenerschießungen weiter anwachsen, beklagte DiNardo weiter.

Erinnerungen an Charleston 

Erst am 1. Oktober hatte ein Heckenschütze in Las Vegas 58 Besucher eines Countrymusik-Festivals getötet und 550 weitere verletzt. Es war der folgenschwerste Schusswaffenangriff der jüngeren US-Geschichte.

Die tödlichsten Angriffe und Amokläufe in den USA FOTO: dpa, Karl-Josef Hildenbrand

Die Tat in Sutherland Springs erinnert aber auch an den Angriff auf eine Kirche in Charleston im Bundesstaat South Carolina im Juni 2015. Damals erschoss Dylann Roof, ein bekennender Anhänger des rassistischen Ku Klux Klans, während einer Bibelstunde acht Mitglieder der afroamerikanischen Gemeinde sowie den Pastor.

(csr/AFP)
 
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