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Motiv für Massaker in Charleston
Dylann R. war offenbar von Rassenhass getrieben

Bluttat von Charleston: Täter Dylann R. wohl von Rassenhass getrieben
Dylann R. war offenbar von Hass auf Schwarze getrieben. FOTO: ap
Charleston. Nach dem Angriff auf eine afroamerikanische Kirche in Charleston mit neun Todesopfern sind die Konturen der rassistischen Tat eines hasserfüllten jungen Mannes deutlicher geworden. Der mutmaßliche Schütze, der 21-jährige Dylann R., hatte sich auf Facebook als Fan des Apartheid-Regimes in Südafrika zu erkennen gegeben.

Der Verdächtige Dylann R. habe gewettert, dass Schwarze "die Welt erobern" und etwas für die "weiße Rasse" getan werden müsse, sagte sein Bekannter Joseph Meek der Nachrichtenagentur AP. Die Polizei von Charleston hält sich über das mögliche Tatmotiv jedoch noch bedeckt. Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über die Bluttat und forderte ein Umdenken im Umgang mit der Waffengewalt im Land.

Am Mittwoch hatte ein weißer Bewaffneter während einer Bibelstunde in der Emmanuel African Methodist Episcopal Church in Charleston sechs Frauen und drei Männer erschossen. Ehe er das Feuer eröffnete, saß der Täter fast eine Stunde lang mit den Gläubigen zusammen.

Am Donnerstag wurde der 21 Jahre alte R. als Tatverdächtiger bei einer Verkehrskontrolle in Shelby in North Carolina festgenommen. Nach einer kurzen Anhörung wurde er von dort an die Behörden in South Carolina überstellt.

Das Justizministerium wertete den Gewaltakt als Hassverbrechen und leitete bereits eine Untersuchung ein. Zu dem Festgenommenen nannte Ressortchefin Loretta Lynch zunächst aber keine Details.

Jugendfreund berichtet über Rassismus

Später meldete sich jedoch ein Jugendfreund des Verdächtigen zu Wort, der ihn auf veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera erkannt und sich bei der Bundespolizei FBI gemeldet hatte. Als sie Freunde gewesen seien, habe R. nie über Ethnien gesprochen, sagte Joseph Meek der Nachrichtenagentur AP. Zuletzt habe sein Freund jedoch Kommentare zur Tötung des unbewaffneten schwarzen Teenagers Trayvon Martin und den Unruhen in Baltimore nach dem Tod von Freddie Gray abgegeben.

"Er sagte, er wollte Segregation zwischen Weißen und Schwarzen. Ich entgegnete, dass das nicht so sein sollte", sagte Meek. Aber R. habe einfach weiter darüber geredet. Auf seiner Facebook-Seite ist der Verdächtige in einer Jacke mit den aufgenähten Flaggen der früheren Apartheidstaaten Rhodesien und Südafrika zu sehen.

Nach öffentlich zugänglichen Gerichtsakten war R. schon einmal wegen eines Drogenvergehens und widerrechtlichen Betreten eines Grundstücks bei der Polizei aufgefallen, sonst sind aber keine Verurteilungen bekannt.

In der Politik wurden nach der Bluttat von Charleston Forderungen nach Konsequenzen laut. Es sei einmal mehr deutlich geworden, dass die USA sich dem Problem der Waffengewalt stellen müssten, sagte Obama. Zu oft habe er ans Mikrofon gehen müssen, um die Opfer jener zu betrauern, die sich ohne Probleme eine Waffe beschafft hätten.
"Irgendwann werden wir uns als Land mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass diese Art der Massengewalt in anderen hoch entwickelten Ländern in dieser Häufigkeit nicht vorkommt", fügte er hinzu.

Auch Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton redete ihren Landsleuten ins Gewissen. "Wie viele unschuldige Menschen in unserem Land - von kleinen Kindern über Kirchenmitglieder bis hin zu Kinobesuchern -, müssen noch massakriert werden, bevor wir handeln?," fragte die Demokratin in Las Vegas. Mit Blick auf das mögliche Motiv des Schützen von Charleston fügte sie hinzu: "Wenn ich die Worte Hass und Wut höre, die sich gegen unsere Mitmenschen richten, frage ich mich: 'Was steckt dahinter?'"

(ap)
 
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