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Terrorgruppe
Nigeria bestätigt Massenentführung durch Boko Haram

Mai 2014: Boko Haram führt verschleppte Mädchen vor
Mai 2014: Boko Haram führt verschleppte Mädchen vor FOTO: afp, JM
Abuja. Die nigerianische Regierung hat bestätigt, dass die Terrorgruppe Boko Haram vorige Woche im Nordosten des Landes mehrere Hundert Menschen entführt hat. Diese würden als menschliche Schutzschilde benutzt, sagte Mike Omeri, der für den Kampf gegen Boko Haram zuständige Sprecher, am Mittwoch.

Unter den Entführten seien viele Kinder. Eine genaue Zahl von Entführten nannte er nicht. Lokale Medien sprechen von bis zu 500. Sie wurden nach Omeris Worten von den islamistischen Extremisten aus dem Ort Damasak an der Grenze zum Niger verschleppt. Die Kämpfer seien in die Grundschulen gegangen, hätten Schüler und Lehrer zusammengetrieben und mitgenommen, als sie vor anrückenden Truppen flohen, hieß es.

Ein Soldat der Armee des Niger, der momentan in Damasak stationiert ist, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch telefonisch, dass die verbliebenen Anwohner von bis zu 500 Entführten sprächen. Ibrahim Issa schränkte aber ein, dass manchem auch die Flucht gelungen sein könnte. Der Beamte in der Hauptstadt des Bundesstaats Borno wiederum sagte der dpa, er sei informiert worden, dass rund 350 Frauen und Kinder verschleppt worden seien. Der Ort sei von keiner Armee gegen die Angreifer verteidigt worden, sagte Yusuf.

Die Sekte Boko Haram FOTO: dpa, axs

Der Angriff auf Damasak kam nur wenige Tage vor der Präsidentenwahl im westafrikanischen Nigeria am Samstag. Die sunnitischen Boko-Haram-Fundamentalisten haben bereits in der Vergangenheit Massenentführungen verübt. So verschleppten sie etwa vor knapp einem Jahr im Ort Chibok mehr als 200 überwiegend christliche Schülerinnen. Von ihnen fehlt weiter jede Spur. Die Terrormiliz zwingt ihre Geiseln, zum Islam zu konvertieren, versklavt sie oder verheiratet sie zwangsweise. 

Boko Haram terrorisiert seit 2009 den Nordosten Nigerias und will dort einen sogenannten Gottesstaat errichten. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe kamen seither mindesten 13 000 Menschen ums Leben. Rund 1,5 Millionen Menschen sind vor der Gewalt geflohen.

(ap/dpa)
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