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Ankara
Türkische Ermittler konzentrieren sich auf einheimische IS-Zelle

Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara
Tote und Verletzte bei Explosionen in Ankara FOTO: afp, ADM/NB
Istanbul/Ankara. Türkische Ermittler halten es einem Insider zufolge für möglich, dass eine einheimische Zelle der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem tödlichen Anschlag auf eine Friedensdemonstration in der Hauptstadt Ankara steckt.

Es könne sein, dass jemand aus der Gruppe aus der südöstlichen Stadt Adiyaman für den Anschlag verantwortlich sein könnte, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte, am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Die Ermittlungen laufen." Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan räumte Fehler der Sicherheitskräfte ein. "Es wäre arrogant zu sagen, dass es keine Fehler gab", sagte er.

Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation hatten mehrere Familien aus der Stadt Adiyaman die Behörden darauf aufmerksam gemacht, dass ihre Söhne sich dem IS angeschlossen hätten. "Das Problem gibt es etwa seit 2013, aber bislang wurden keine effektiven Ermittlungen eingeleitet", sagte ein Sprecher.

Bei der Explosion von zwei Bomben in der türkischen Hauptstadt während einer Friedensdemonstration starben am Samstag 97 Menschen. Zu der Kundgebung hatten pro-kurdische Aktivisten und Bürgerrechtler aufgerufen. Bereits am Montag hatte die türkische Regierung den IS für den Anschlag verantwortlich gemacht.

 

(REU)
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