| 10.49 Uhr

Zugverkehr zeitweise gestoppt
Bombenalarm in Bahnhof in Brüssel

Bombenalarm in Brüssel: Alarm im Bahnhof
Bombenalarm in Brüssel: Alarm im Bahnhof FOTO: afp
Brüssel. Eine Bombendrohung am Brüsseler Nordbahnhof hat am Mittwoch den Zugverkehr lahmgelegt. Das Gebäude wurde zeitweise evakuiert. Außerdem wurden zwei Polizisten mit einem Messer attackiert

Nach Angaben des Netzbetreibers Infrabel konnten das Gebäude und die Strecken allerdings am späten Mittag wieder freigegeben werden. Die Bombendrohung entpuppte sich demnach als falscher Alarm.

Auch ein ebenfalls evakuiertes Gebäude mit dem Sitz der Brüsseler Staatsanwaltschaft wurde wieder freigegeben, wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet. Es war ebenfalls Ziel der Bombendrohung eines anonymen Anrufers gewesen.

Angriff auf zwei Polizisten

Die Bombendrohung war nicht der einzige Zwischenfall in Brüssel am Mittwoch: Bei einem Messerangriff sind zwei Polizisten verletzt worden. Die belgische Justiz geht von einem terroristischen Hintergrund der Tat aus.

Ermittlungen am Tatort: Hier wurden zwei Polizisten mit einem Messer angegriffen. FOTO: ap, GVW

Ein Sprecher der auch für Terrordelikte zuständigen Generalstaatsanwaltschaft sagte am Mittwoch, die Justiz habe "Hinweise", die darauf schließen ließen. Ein Mann hatte die beiden Beamten zuvor attackiert und mit einem Messer verletzt. Der Angreifer wurde angeschossen und festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft werde sich zu einem späteren Zeitpunkt auch zum "Namen, dem Geburtsdatum und der Nationalität" des Angreifers äußern, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, weiter. Ein auf Terrordelikte spezialisierter Untersuchungsrichter werde über das weitere Vorgehen gegen den Mann entscheiden, fügte er hinzu. Weitere Angaben machte Van Der Sypt zunächst nicht.

Zuerst hatte sich die Staatsanwaltschaft von Brüssel um den Fall gekümmert, da die Behörden zunächst nicht von einem terroristischen Hintergrund ausgegangen war. Deren Angaben zufolge attackierte der Angreifer die beiden Beamten während einer Kontrolle auf einer Hauptstraße der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. Er verletzte einen von ihnen am Hals und einen am Bauch - die Polizisten waren aber nicht in Lebensgefahr.

Der Justiz zufolge wollte der Angreifer nach der Tat fliehen, eine andere Polizeistreife schoss aber auf ihn und verletzte ihn am Bein. Bei seiner Festnahme verletzte der Mann dann einen dritten Beamten leicht, wie Van Der Sypt sagte. Belgischen Medienberichten zufolge hatte der Polizist eine gebrochene Nase.

In Belgien herrscht erhöhte Wachsamkeit, seit bei islamistischen Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahnhof im EU-Viertel im März 32 Menschen getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden waren. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannte sich zu den Anschlägen.

Anfang August hatte zudem ein Mann vor einer Polizeiwache im südbelgischen Charleroi zwei Polizistinnen mit einer Machete angegriffen. Der Mann rief dabei "Allahu Akbar" ("Gott ist groß"), bevor ein Polizist auf ihn schoss. Der Angreifer erlag später seinen Verletzungen. Anfang September griff ein Mann zwei Polizisten im Brüsseler Stadtteil Molenbeek mit einem Messer an, die Beamten blieben aber unverletzt.

(csr/dpa/AP)
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