Katamaran lag vor dem Kentern schief im Wasser: Bootsunglück: Experte vermutet technisches Versagen
zuletzt aktualisiert: 01.06.2004 - 13:41Mödling/Österreich (rpo). Bei dem tragischen Bootsunglück der Seegrotte Hinterbrühl in Österreich vermutet ein Experte technisches Versagen als Ursache. Bei dem Unglück waren am Montag fünf Touristen ums Leben gekommen, darunter vier Deutsche.
Dass das mit 27 Menschen besetzte Boot plötzlich umgekippt sei, deute auf einen Fehler im Schwimmkörper hin, sagte ein Sachverständiger der niederösterreichischen Landesregierung am Dienstag. Beim Kentern des Bootes kamen am Montag vier Deutsche sowie eine Belgierin ums Leben.
Bei einer Kontrolle im Vorjahr habe es keine Beanstandungen gegeben, erklärte der Amtssachverständige der Abteilung Wasserrecht und Schifffahrt, Ferdinand Lichtblau, laut einer Meldung der österreichischen Nachrichtenagentur APA.
Beim letzten amtlichen Test im März 2003 habe man probeweise zehn Fahrgäste auf eine Seite gesetzt, um die Stabilität zu überprüfen. "Da war aber überhaupt nichts los", sagte Lichtblau, der nicht an der Untersuchung der Unglücksursache beteiligt ist.
Das gekenterte Boot vom Typ "Python" ist auf drei Schwimmkörper aufgebaut. Sollte es erkennbar auf eine Seite gehangen sein, hätte der Fahrer gar nicht erst ausfahren dürfen, sagte Lichtblau. Seinen Angaben zufolge wurde das Boot 1993 von der Linzer Firma "Technautic" gebaut.
Im gleichen Jahr sei auch die Erstzulassung für die Unterwassergrotte erfolgt. Danach durfte das Boot zehn Jahre fahren, bis zur zweiten Überprüfung im März vergangenen Jahres. Danach habe es eine weitere Genehmigung für die nächsten fünf Jahre gegeben. "Es ist jetzt elf Jahre anstandslos gefahren", sagte Lichtblau, der das Boot 1993 noch persönlich getestet hatte.
Dem Sachverständigen zufolge war für das Boot, das 7,90 Meter lang und 1,30 Meter breit ist, von Seiten der Werft eine Maximalbelastung von 2.800 Kilogramm vorgesehen. Aus Sicherheitsgründen sei diese auf 2.200 Kilogramm herabgesetzt worden. Um das Wasserfahrzeug zum Kentern zu bringen, sei eine Last von 5.000 Kilogramm nötig.
Das Schiff war mit einem 300 Watt-Elektromotor ausgerüstet, damit konnte es etwa fünf Kilometer pro Stunde fahren, wie Lichtblau weiter mitteilte. Um zu gewährleisten, dass die Passagiere nicht herausfallen, sei rund um das Boot eine Reling gebaut worden, die sich bei dem Unglück am Montag als tödliches Hindernis entpuppte. Die Sicherheitsreling schloss sich laut Polizei nach dem Kentern wie ein Käfig um vier der Opfer.
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