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Gerichtsurteil
Sechs Jahre Haft für Freund von Boston-Bomber Zarnajew

Erster Prozesstag gegen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew
Erster Prozesstag gegen Boston-Attentäter Dschochar Zarnajew FOTO: dpa, cjg ks
New York. Ein Studienfreund des Attentäters vom Boston-Marathon ist wegen Behinderung der Justiz zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der 21-jährige Kasache Dias K. hatte sich im vergangenen Jahr schuldig bekannt, aus dem Wohnheimzimmer des Attentäters Dschochar Zarnajew Beweismaterial beiseite geschafft zu haben.

Ein Bundesgericht im US-Ostküstenstaat Massachusetts setzte am Dienstag das Strafmaß für K. fest. Der 21-Jährige sorgte mit einem weiteren Freund dafür, dass ein Rucksack mit Feuerwerkskörpern und Schwarzpulverrückständen sowie ein Laptop verschwanden.

Mit seinem Schuldeingeständnis hatte der kasachische Student einen Prozess und eine möglicherweise härtere Strafe vermieden. Sein Anwalt erklärte, dass der junge Mann kein Terrorist sei und nicht in Zarnajews Plan eingeweiht gewesen sei.

Urteil gegen zweiten Freund steht noch aus

Die Beseitigung der Beweismittel sei ein "schrecklicher" Mangel von Urteilsvermögen gewesen. Der andere an dem Vorgang beteiligte Freund, der ebenfalls aus Kasachstan stammt, erfährt sein Strafmaß voraussichtlich am Freitag.

Bei dem Anschlag auf den Bostoner Marathonlauf vom 15. April 2013 hatten Dschochar Zarnajew und sein älterer Bruder Tamerlan zwei Sprengsätze im Zielbereich des Rennens detonieren lassen. Drei Menschen starben, rund 260 weitere wurden verletzt.

Auf ihrer Flucht erschossen die aus einer tschetschenischen Familie stammenden Brüder einen Polizisten. Tamerlan kam bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei ums Leben. Dschochar wurde wenige Tage nach dem Anschlag festgenommen und vergangenen Monat von einem Schwurgericht in Boston zum Tode verurteilt.

(AFP)
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