| 12.10 Uhr

Illegale Einreise in die EU
Acht Tote bei Hubschrauberabsturz in der Slowakei

Bratislava. Es waren wohl Afghanen, die illegal in die EU fliegen wollten. Ihr Hubschrauber macht riskante Manöver, um der Grenzpolizei zu entgehen. Das geht schief. Acht Menschen sterben.

Beim Absturz eines ukrainischen Hubschraubers sind im Osten der Slowakei acht Menschen ums Leben gekommen. Die slowakische Polizei vermute einen Transport illegaler Migranten über die EU-Außengrenze, sagte Ministeriumssprecher Ivan Netik am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Medienberichten zufolge könnte es sich bei den Passagieren um Afghanen gehandelt haben.

Innenminister Robert Kalinak hatte zuvor mitgeteilt, der Hubschrauber des Typs Mi-2 sei schon am Mittwoch beim illegalen Überfliegen der Grenze beobachtet worden. Um nicht von den slowakischen Grenzschützern entdeckt zu werden, sei er wohl trotz schlechter Sicht in der Nacht bei Nebel sehr niedrig geflogen und habe dabei zu riskante Manöver absolviert. "Wie man sieht, schrecken Schmuggler oder Menschenschleuser vor nichts zurück", sagte Kalinak.

Taucher entdecken weitere Leichen

Das Wrack mit sechs Leichen wurde am Freitag gefunden. Zwei weitere Leichen entdeckten Taucher der Feuerwehr erst später in einem Flussbett, wie der Nachrichtensender TA3 am Sonntag berichtete. Die Identifizierung der Toten gestalte sich schwierig, da sie beim Absturz stark entstellt worden seien. Aus Dokumenten, die an der Absturzstelle gefunden wurden, schließen die Behörden, dass es sich bei den Absturzopfern um einen ukrainischen Piloten sowie fünf Männer und zwei Frauen aus Afghanistan handeln müsse.

Ursprünglich hatte die slowakische Polizei auch nicht ausgeschlossen, dass der Hubschrauber im Auftrag von Zigarettenschmugglern unterwegs war. Seit Jahren beobachtet man im ukrainisch-slowakischen Grenzgebiet Schmugglerbanden, die auf teils abenteuerliche Weise große Mengen Zigaretten in die EU bringen. Erst im September kam ein Mann bei der missglückten Notlandung eines Kleinflugzeugs ums Leben. Auch mehrere Tunnel unter der Grenze wurden bereits entdeckt. Ein Migrantenschmuggel auf dem Luftweg in die Slowakei war zuvor noch nicht beobachtet worden.

(spol/dpa)
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