Sudan: Britische Lehrerin wegen Teddybär in Haft
zuletzt aktualisiert: 27.11.2007 - 13:34Khartum (RPO). Die Justiz im Sudan ermittelt gegen eine britische Lehrerin. Sie soll den islamischen Propheten beleidigt haben, weil sie ihren Schülern erlaubte, einem Teddybär den Namen "Mohammed" zu geben.
Die örtliche Presse zitierte am Dienstag den sudanesischen Justizminister Mohammed Ali Mardhi mit den Worten, er habe den Generalstaatsanwalt mit dem Fall beauftragt.
Die Lehrerin war am Sonntag festgenommen worden. Sie hatte einige Monate an einer christlichen englischen Schule in Khartum unterrichtet und dort angeblich sechsjährigen Jungen und Mädchen erlaubt, einen Teddybären "Mohammed" zu nennen. Die Festnahme erfolgte nach Beschwerden von Eltern.
Ein Sprecher der britischen Botschaft in Khartum sagte, die Lehrerin sei von der Polizei verhört worden; die Ermittlungen seien noch im Gange. Ob eine Anklage erfolgt sei, konnte der Sprecher nicht sagen. Britische Behördenvertreter stünden im Kontakt mit den sudanesischen Behörden und gewährten der Frau konsularischen Beistand, sagte er weiter. Die Lehrerin versicherte britischen Behördenvertretern, sie habe niemanden beleidigen wollen.
Nach dem im Sudan geltenden islamischen Scharia-Recht können Muslime für die Beleidigung des Propheten Mohammed mit dem Tod bestraft werden. Nicht-Muslimen drohen Peitschenhiebe, Haft, eine Geldstrafe und die Ausweisung. Für gläubige Muslime bedeutet die bildliche Darstellung von Mohammed Gotteslästerung.
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