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Sinai-Halbinsel
Britisches Flugzeug im August beinahe von Rakete getroffen

Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote
Russische Maschine stürzt über dem Sinai ab - 224 Tote FOTO: afp, KD/EIS
London . Wie jetzt erst bekannt wurde, hat es vor einigen Wochen über der Sinai-Halbsinsel schon einmal einen Zwischenfall mit einem Flugzeug gegeben. Eine britische Maschine wurde beinahe abgeschossen. Durch ein Ausweichmanöver verhinderte der Pilot einen Zusammenstoß mit einer Rakete. 

Ein Flugzeug der Thomson Airways mit 189 Touristen an Bord sei im August kurz vor der Landung im Badeort Scharm el Scheich fast von einer Rakete getroffen worden, berichtete die britische Zeitung "Daily Mail" am Samstag. Das britische Transportministerium bestätigte dem Blatt den Vorfall vom 23. August. Die britische Regierung betonte aber, es habe sich "sehr wahrscheinlich" um eine "Routineübung der ägyptischen Armee" gehandelt.

Der Vorfall sei untersucht worden und das Ergebnis sei gewesen, "dass es sich nicht um einen gezielten Angriff" auf das aus London kommende Flugzeug gehandelt habe, teilte ein Regierungssprecher mit. Dem Bericht von "Daily Mail" zufolge war der Copilot am Steuer.

Der Pilot war auch im Cockpit, er sah die Rakete auf das Flugzeug zurasen: "Er hat angeordnet, mit dem Flugzeug nach links abzudrehen, um die Rakete zu vermeiden, die sich etwa 300 Meter entfernt befand", berichtete das Blatt.

Die Rakete sei auch von einem weiteren Thomson-Flugzeug aus beobachtet worden, das zur gleichen Zeit in Scharm el Scheich ankam, wie die Zeitung weiter meldete. Auch die Fluggesellschaft bestätigte den Vorfall, hob aber hervor, dass die Behörden damals zu dem Schluss gekommen seien, dass Flüge nach Scharm el Scheich weiterhin "sicher" seien.

Auf die russische Passagiermaschine mit 224 Menschen an Bord war vor einer Woche nach dem Start in Scharm el Scheich möglicherweise ein Bombenanschlag verübt worden. Die britischen und US-Geheimdienste halten es für wahrscheinlich, dass eine Bombe an Bord geschmuggelt wurde. Der ägyptische Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt sich dazu, die Maschine zum Absturz gebracht zu haben. Die Regierung in Kairo betonte am Samstag aber, dass noch verschiedene Absturzursachen in Frage kämen und es noch keine gesicherten Erkenntnisse gebe.

(jco/AFP)
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