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EKD-Vorsitzender Schneider trifft Franziskus
"Brüderliche Begegnung" mit dem Papst

EKD-Vorsitzender Schneider trifft Franziskus: "Brüderliche Begegnung" mit dem Papst
Der neue Papst Franziskus traf sich mit dem Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. FOTO: ap, BL
Rom. Vom neuen Papst Franziskus erwarten viele auch Impulse für die Ökumene. Jetzt hat der Pontifex den Vorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland getroffen. Nikolaus Schneider betont die Gemeinsamkeiten und seine Hoffnung auf frischen Wind.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat nach seinem Treffen mit Papst Franziskus die Gemeinsamkeiten der beiden Kirchen betont.

"Franziskus hat deutlich unterstrichen, wie wichtig es ist, dass wir als Kirchen den Weg des Glaubenszeugnisses in dieser Welt gemeinsam gehen", sagte Schneider nach der etwa halbstündigen Privataudienz am Montag in Rom. Beide seien sich einig gewesen, dass für sie bei allen eigenen Identitäten Christus in der Mitte stehe. "Wir haben uns nicht nur intellektuell ausgetauscht, sondern es war wirklich ein Austausch von Herz zu Herz", sagte Schneider.

Obwohl in dem ersten Zusammentreffen keine konkreten Fragen besprochen wurden, äußerte sich Schneider zuversichtlich für den ökumenischen Dialog. "Ich habe den Eindruck, dass dies ein Papst ist, der bereit ist, Fenster und Türen zu öffnen, damit Neues möglich ist", sagte er. Die Basis für Weiteres sei gelegt.

Gespräch auf Augenhöhe

Schneider zeigte sich beeindruckt von Franziskus' Persönlichkeit. Das Treffen sei eine "eindrucksvolle Erfahrung" für ihn gewesen, die er sehr genossen habe. "Entscheidend ist, dass wir auf Augenhöhe und brüderlich miteinander reden, und das habe ich heute erlebt", sagte er. Die Begegnung endete nach Angaben von Schneider mit einem gemeinsamen Gebet. Der EKD-Ratsvorsitzende war der erste Deutsche, der in einer Privataudienz von dem vor knapp vier Wochen neu gewählten Oberhaupt der katholischen Kirche empfangen wurde.

Auch das Reformationsjubiläum im Jahr 2017 sei Thema gewesen. "Es soll inhaltlich ein Christusfest werden, und das kann jeder Christ und damit auch hier in Rom die Christenheit mitfeiern", sagte Schneider. Er hoffe, dass man sich auf einen gemeinsamen Blick darauf verständigen könne. Die katholische Kirche sieht im 500. Jubiläum der Reformation - anders als die Protestanten - keinen Anlass zum Feiern, weil Martin Luthers Thesenanschlag 1517 die Kirchenspaltung zur Folge hatte.

Mit Blick auf das Pontifikat des im Februar zurückgetretenen Benedikt XVI. zog Schneider eine gemischte Bilanz. "Da gibt es Dinge, die äußerst positiv waren, aber es gab auch Dinge, die waren brüskierend", sagte Schneider und erwähnte unter anderem, dass Benedikt die evangelische Kirche als "kirchliche Gemeinschaft" und nicht als Kirche bezeichnet hatte.

(dpa/jre/sap)
 
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