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Staatstrauer in Rumänien
27 Tote nach Explosion in Bukarester Disco

Schwere Explosion in rumänischer Disco
Schwere Explosion in rumänischer Disco FOTO: dpa, rg cs
Bukarest. Bei einem Hardrock-Konzert in einer Untergrund-Disco in Bukarest ist am Freitagabend ein Feuer ausgebrochen. 27 Menschen starben, mehr als 160 weitere wurden verletzt. 25 Verletzte kämpfen noch um ihr Leben. Ausgelöst wurde der Brand vermutlich von einem Feuerwerkskörper.

Ministerpräsident Victor Ponta verkürzte seine Mexiko-Reise und rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Innenminister Gabriel Oprea sagte, das Unglück habe sich am Freitagabend in dem Club "Colectiv" im Zentrum der rumänischen Hauptstadt ereignet. Er sprach zunächst von einer Explosion. Die rumänischen Behörden stellten in der Nacht zum Samstag jedoch klar, dass ein Feuer in dem im Keller eines Gebäude liegenden Clubs ausgebrochen sei. Eine Explosion habe nicht stattgefunden. 

Bei insgesamt 17 Toten sei noch unklar, um wen es sich handele, sagte Notfallmanager Raed Arafat am Samstag vor Ort. Im Fernsehen wurde die Nummer einer Hotline für Informationen genannt.

Präsident Klaus Iohannis schrieb auf Facebook, er sei erschüttert und zutiefst berührt von dem tragischen Vorfall. "Es ist ein sehr trauriger Moment für uns alle, für unsere Nation und für mich persönlich", schrieb er. Er überlege, einen Tag der Staatstrauer auszurufen. Ministerpräsident Victor Ponta verkürzte einen Besuch in Mexiko, um nach Bukarest zurückzukehren. Oprea berief ein Notfalltreffen des Kabinetts für Samstagmorgen ein.

Gesundheitsminister Nicolae Banicioiu rief die Bevölkerung auf, Blut für die Verletzten zu spenden. Der Notfallkoordinator der Regierung, Raed Arafat, berichtete von Verletzten, die in Krankenhäusern wegen Verbrennungen, Rauchvergiftungen und Wunden behandelt würden. 25 Verletzte befänden sich in einem ernsthaften Zustand. "Es ist eine Tragödie ohne Beispiel", sagte er. Einer Krankenhausmitarbeiterin zufolge sind 14- bis 16-Jährige unter den Verletzten.

Es gab nur eine Tür nach draußen

Augenzeugen sagten dem Fernsehsender Antena 3, rund 300 bis 400 meist junge Leute seien für das Metalcore-Konzert der Band Goodbye to Gravity in dem Club gewesen. Die Besucher hätten nur aus einer Ausgangstür flüchten können, nachdem das Feuer während des Auftritts der Gruppe ausgebrochen sei. Ausgelöst wurde der Brand demnach vermutlich, indem bei einer pyrotechnischen Show auf der Bühne etwas schiefgelaufen ist.

Medienberichten zufolge wurde der erste Notruf am Freitagabend um 22.32 Uhr abgegeben. Augenzeugen sagten dem Sender Digi 24, die Explosion sei passiert, nachdem ein Funke bei der Bühnenshow eine Styroporverkleidung in Brand gesetzt habe. Antena 3 berichtete, die Menschen seien anschließend panisch in Richtung des Ausgangs geströmt. Viele Clubgänger hätten zuvor gedacht, die Flammen seien Teil der Show.

Nach der Explosion seien riesige Flammen in dem Club ausgebrochen, sagte Victor Ionescu Antena 3. "Menschen fielen in Ohnmacht, sie wurden ohnmächtig vom Rauch. Es war ein totales Chaos, Menschen trampelten sich nieder", sagte er. "Es war eine Tragödie, die hätte verhindert werden können, wenn es mehr Organisation von den Notfalldiensten gegeben hätte." Die Feuerschutzregularieren in Clubs und Restaurants in Bukarest werden nicht immer streng eingehalten.

Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AP sah vor Ort, wie in Notfalldecken eingehüllte Menschen vor dem Club geschockt auf- und abgingen. Andere wollten in das Gebäude, um Angehörige zu finden. Am Unglücksort forderten viele Informationen darüber, was mit ihren Familienmitgliedern und Freunden passiert sei.

Laut der Facebook-Seite der Metalcore-Band wurde Goodbye to Gravity 2011 in Bukarest gegründet. Die Band hat fünf Mitglieder und veröffentlichte bislang zwei Alben. Frontsänger Andrei Gault gewann demnach 2008 die Show "Megastar", die rumänische Version von "Deutschland sucht den Superstar".

(jco/dpa/AP/AFP)
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