Am Flughafen begnadigt: Bulgarische Krankenschwestern nach acht Jahren wieder frei
zuletzt aktualisiert: 24.07.2007 - 10:47Sofia (RPO). Rote Rosen, Jubel, Tränen - die fünf bulgarischen Krankenschwestern und der Arzt palästinensischer Abstammung sind auf dem Flughafen in Sofia von ihren Angehörigen begeistert empfangen worden. Nach mehr als acht Jahren Haft hatten sie am Morgen Libyen verlassen und waren in Bulgarien begnadigt worden.
Libyen hatte die gegen sie verhängten Todesurteile wegen der angeblich absichtlichen Ansteckung von Kindern mit dem Aids-Erreger in der vergangenen Woche in lebenslange Haftstrafen umgewandelt. Zuvor hatten die betroffenen Familien eine Entschädigung erhalten: Anwälten zufolge wurde für jedes infizierte Kind eine Million Dollar (rund 725.000 Euro) gezahlt.
Die fünf Frauen und der Arzt, der die bulgarische Staatsangehörigkeit angenommen hat, landeten an Bord eines französischen Flugzeugs in der bulgarischen Hauptstadt. Der bulgarische Präsident Georgi Parwanow begnadigte sie unmittelbar nach ihrer Ankunft.
Die Frau des französischen Präsidenten, Cécilia Sarkozy, sowie EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner hatten zuvor mit dem libyschen Staatschef Muammar al Gaddafi über die "unverzügliche Überstellung" der Inhaftierten in ihre Heimat verhandelt. Beide waren mit an Bord der Maschine.
Ferrero-Waldner stellte der libyschen Regierung nach der Heimkehr der Verurteilten eine Vertiefung der bilateralen Beziehungen in Aussicht. Die Überstellung der Sechs nach Bulgarien "wird den Weg für neue und vertiefte Beziehungen zwischen der EU und Libyen frei machen", erklärte die EU-Kommissarin laut einer in Brüssel veröffentlichten Pressemitteilung.
Präsident Parwanow zeigte sich mit der Rückkehr der Sechs zufrieden. Damit sei der "dramatische Fall der verurteilten unschuldigen bulgarischen Bürger" zu einem Ende gekommen, erklärte Parwanows Büro. Vor der Auslieferung war aus libyschen Kreisen verlautet, der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy wolle am Mittwoch nach Libyen reisen - unter der Bedingung, dass die Krankenschwestern und der Mediziner nach Hause fliegen könnten.
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