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Bus mit Studenten in Spanien verunglückt
"Nach dem Aufprall gab es Schreie und Panik"

Bus mit Erasmus-Studenten in Spanien verunglückt
Bus mit Erasmus-Studenten in Spanien verunglückt FOTO: afp
Tarragona. Die Studenten aus insgesamt 19 Ländern waren mit ihrem Bus auf dem Rückweg von einem Volksfest. Plötzlich brach das Fahrzeug aus der Spur und schoss auf die Gegenfahrbahn. 13 Insassen starben. Ein junger Student erzählt.

Was genau in den Augenblicken vor dem schrecklichen Unfall geschah, ist noch unklar. Doch plötzlich brach der Bus scharf nach links aus, schoss über den Mittelstreifen der Autobahn hinaus, prallte auf der Gegenfahrbahn gegen einen Pkw, stürzte um und blieb auf der Seite liegen. An Bord waren Erasmus-Studenten auf dem Rückweg von einem Ausflug. Auch Deutsche hatten nach Angaben der Rettungsdienste in dem Bus gesessen. Ihr Schicksal war auch am Abend noch unklar.

"Nach dem Aufprall gab es Schreie und Panik im Bus", berichtete ein niederländischer Student. Der 23-Jährige gehörte zu denen, die bei dem Unglück mit leichten Verletzungen davongekommen waren. "Vor dem Unglück war der Bus im Zickzack von einer Seite der Fahrbahn zur anderen gefahren", sagte er der Zeitung "El País".

Nach Angaben der Behörden wurden 13 der insgesamt 61 Insassen des Reisebusses getötet. Bei den Toten handele es sich ausschließlich um Studentinnen aus dem Ausland, teilte Spaniens Innenminister Jorge Fernández Díaz mit.

Mehr als 40 Fahrgäste wurden verletzt. Ein - namentlich nicht genannter - Deutscher sagte der Zeitung "El Mundo" zufolge: "Das sind meine Freunde. Vielleicht hätte ich etwas für sie tun können." Er musste zur Behandlung seiner Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus nach Barcelona gebracht werden.

Der Unglücksbus war - zusammen mit vier weiteren Bussen - von einer Studentenorganisation für einen Ausflug nach Valencia gechartert worden. Dort hatten die jungen Leute für einen Fahrpreis von 20 Euro das Feuerspektakel miterlebt, mit dem das Volksfest "Las Fallas" in der ostspanischen Hafenstadt ausklang. Dabei gingen nach alter Tradition haushohe Figuren aus Holz und Pappmaché in Flammen auf.

Die jungen Leute feierten bis in die Nacht. Um 4.00 Uhr morgens startete der Bus die Rückreise nach Barcelona. An Bord waren nach Angaben der Rettungsdienste Studierende aus 19 verschiedenen Ländern.

Knapp zwei Stunden vor Erreichen der katalanischen Metropole ereignete sich kurz vor dem Morgengrauen das Unglück. Nach Vermutungen des katalanischen Innenministers Jordi Jané könnte der Hergang sich so abgespielt haben: Der Bus geriet an den rechten Fahrbahnrand der Autobahn; als der Fahrer dies bemerkte, riss er mit einem Ruck das Steuer nach links herum. Dies habe dann möglicherweise dazu geführt, dass der Bus auf die Gegenfahrbahn geriet und dort umstürzte. "Alles deutet auf ein menschliches Versagen als Unglücksursache hin", sagte der Minister.

Tests ergaben, dass der Busfahrer weder Alkohol getrunken noch Drogen genommen hatte. Die Nachrichtenagentur Efe erfuhr von der Busfirma, dass der Fahrer seit 17 Jahren für das Unternehmen im Einsatz und nie in einen Unfall verwickelt gewesen sei.

Der Bürgermeister des bei der Unfallstelle gelegenen Dorfes Freginals, Josep Roncero, sagte dem Radiosender RAC1: "Dies ist eine heikle Strecke. Dort haben sich schon häufiger Unglücke ereignet." Der Innenminister schloss jedoch aus, dass die Beschaffenheit des Autobahnabschnitts bei dem Unfall eine Rolle gespielt habe.

(dpa)
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