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Wilderer
Zweifel am Tod von Cecils Bruder "Jericho"

Trauer und Wut nach dem Tod von Löwe Cecil
Trauer und Wut nach dem Tod von Löwe Cecil FOTO: ap
Harare . Jericho, der Bruder des brutal getöteten Löwen Cecil, ist am Samstag ebenfalls von einem Wilderer ermordert worden. Das bestätigte der Vorsitzende der Tierschutzkommission Johnny Rodrigues gegenüber USA Today.

"Ich bin sehr enttäuscht. Mein Herz ist gebrochen. Das ist zu viel", lässt sich der Obertierschützer Rodrigues bei USA Today zitieren. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Doch ein Löwenforscher, der "Cecil" jahrelang beobachtet hatte, zweifelt daran, dass sein Gefährte "Jericho" ebenfalls erlegt worden sein soll. Brent Stapelkamk zog entsprechende Berichte einer Aktivistengruppe vom Samstag in Zweifel. Das satellitengesteuerte Halsband der Raubkatze namens "Jericho" sende weiter normale Signale aus, sagte er telefonisch der Nachrichtenagentur AP. Damit sei klar, dass der Löwe am Leben sei und sich bewege.

Tier-Selfies aus der Serengeti FOTO: dpa, mbk

Unterdessen haben die Behörden in Simbabwe auf den brutalen Tod des Löwen "Cecil" durch einen Hobbyjäger eigentlich mit einem vorübergehenden Jagdverbot außerhalb des beliebten Hwange-Nationalparkes reagiert.

Dort dürften bis auf weiteres keine Elefanten, Löwen und Leoparden mehr erlegt werden, teilte die für Nationalparks und Wildbestand zuständige Behörde am Samstag mit. Ferner untersagte sie die Jagd mit Pfeil und Bogen, solange diese nicht vom Direktor der Behörde genehmigt worden sei.

Der bei Besuchern des Hwange-Nationalparks beliebte "Cecil" mit der schwarzen Mähne war offenbar aus dem Schutzgebiet mit einem Köder gelockt, dann von einem US-Hobbyjäger mit einem Bogen verletzt und später mit einer Schusswaffe getötet worden. Die Behörden sagen, die Jagd sei illegal gewesen. Sie wollen sich um eine Auslieferung von Walter James P., einem Zahnarzt aus dem US-Staat Minnesota, bemühen.

Dieser war in den vergangenen Tagen nicht aufzufinden. Seine Tat hatte weltweit Empörung hervorgerufen.

Die Behörden ermitteln neben dem Tod von "Cecil" auch im Fall eines weiteren getöteten Löwen, hieß es weiter. Er sei im April möglicherweise ebenfalls illegal erlegt worden, sein Fall wurde aber jetzt erst bekannt.

Der Hwange-Nationalpark im Nordwesten Simbabwes ist für seine Artenvielfalt bekannt. In den vergangenen Jahren seien rund zwölf Löwen in der Gegend illegal erlegt worden, sagte der Tierforscher Brent Stapelkamp, der auch "Cecil" jahrelang beobachtet hatte. Keiner der Jäger sei gestellt worden, sagte er. Im Zusammenhang mit dem Tod von "Cecil" wurden die beiden mutmaßlichen Jagdhelfer des Zahnarztes, ein professioneller Jäger und ein Farmbesitzer, festgenommen.

(ap)
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