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"Vier Pfoten" im Gazastreifen
Tiere aus dem schlimmsten Zoo der Welt gerettet

Rettungsaktion: Diese Tiere haben überlebt
Rettungsaktion: Diese Tiere haben überlebt FOTO: afp, MA
Chan Junis. Lange galt das, was vom Zoologischen Garten in Chan Junis übriggeblieben ist, als Tierfriedhof. Nun hat die Tierrechtsorganisation "Vier Pfoten" die letzten Bewohner aus ihrem Elend gerettet. Sie werden nun in anderen Parks im Ausland untergebracht.

2007 eröffnete der Zoo in der Stadt am Südende der isolierten Palästinenserenklave mit hunderten Tieren. Doch nach dem Krieg am Gazastreifen verwandelte sich die Anlage schnell in einen Schauplatz des Elends. Unzählige Tiere verendeten qualvoll, die Gehege blieben verwaist zurück, Wildwuchs bereitete sich ungehindert aus – und über allem der Gestank verwesender Kadaver.

Kadaver: Bilder: Das ist vom Zoo in Gaza übrig FOTO: afp, SK

Lediglich 15 Tiere haben diese furchtbaren Bedingungen überlebt – und sorgen damit für die einzige gute Nachricht aus Chan Junis. Denn jetzt hat die Organisation "Vier Pfoten" alle Tiere geborgen und damit die endgültige Schließung des Tierfriedhofs besiegelt.

Nun werden die Tiere an anderer Stelle artgerecht untergebracht. Ein Tiger wird nach Südafrika gebracht, andere Zoobewohner kommen in ein Tierreservat in Jordanien. Zu den Geretteten zählen fünf Affen, ein Emu, ein Pelikan und ein Stachelschwein. Die bereits in der vergangenen Woche angekündigte Rettungsaktion wurde am Mittwoch abgeschlossen.

Die Tiere im Zoo von Gaza City FOTO: AP

Laut "Vier Pfoten" litt der Zoo in den vergangenen Monaten unter akuter Geldnot und konnte die Tiere nicht mehr ausreichend versorgen. "Die Bedingungen, unter denen die Tiere lebten, waren vom Idealzustand weit entfernt", sagte Amir Chalil, der die Aktion in Gaza leitete. Tiger "Lasis" etwa sei zusammen mit einem ausgestopften Artgenossen in einem drei Quadratmeter großen Käfig gehalten worden. In seiner neuen Unterkunft in Südafrika erhalte er nun ein 10.000 Quadratmeter großes Gehege, wo er auch schwimmen und klettern könne, sagte Chalil.

(mro/ap)
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