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Laurent Sourisseau
"Charlie Hebdo"-Herausgeber würde Mohammed nicht mehr zeichnen

Erste Ausgabe danach: "Charlie Hebdo" ausverkauft
Erste Ausgabe danach: "Charlie Hebdo" ausverkauft FOTO: dpa, el ks
Hamburg. Der Karikaturist und "Charlie Hebdo"-Herausgeber Laurent Sourisseau (48) würde den Propheten Mohammed heute nicht mehr zeichnen. "Wir haben Mohammed gezeichnet, um das Prinzip zu verteidigen, dass man zeichnen darf, was man will", sagte er dem Magazin "Stern".

Sie hätten ihren Job gemacht und das Recht auf Karikatur verteidigt. Jetzt seien andere dran. "Es ist seltsam: Man erwartet von uns, dass wir eine Freiheit ausüben, die im Grunde niemand mehr zu nutzen wagt", so Sourisseau.

Bei dem Anschlag auf die Redaktion der Satirezeitschrift am 7. Januar in Paris waren zwölf Mitarbeiter ums Leben gekommen. Sourisseau überlebte schwer verletzt, weil er sich nach einem Schuss in die Schulter tot stellte. "Als es zu Ende war, war kein Laut zu hören", sagte er dem "stern". Kein Klagen, auch kein Wimmern sei zu hören gewesen. "Da habe ich verstanden, dass die meisten tot waren." Wenige Tage später übernahm Sourisseau das Amt des Herausgebers als Nachfolger des getöteten Stephane Charbonnier.

Weitere Informationen zu "Charlie Hebdo" in unserem Dossier.

(KNA)
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