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Weltkulturerbe
Nachbau von Chauvet-Höhle in Südfrankreich eingeweiht

Chauvet-Höhle in Südfrankreich eingeweiht: Weltkulturerbe nachgebaut
Nachbau von Chauvet-Höhle: 1000 originalgetreu nachgezeichneten Malereien. FOTO: afp, JPA/JH
Vallon-Pont-d'Arc. Eine Nachbildung der für ihre steinzeitlichen Malereien bekannten Chauvet-Höhle in Südfrankreich ist am Freitag feierlich eingeweiht worden. In der Höhlen-Replik mit einer Grundfläche von 3500 Quadratmetern können Besucher dann unter anderem 425 Tierzeichnungen bestaunen.

Frankreichs Staatschef François Hollande besuchte am Mittag die nahe dem Fluss Ardèche gelegene "Caverne du Pont d'Arc" mit ihren 1000 originalgetreu nachgezeichneten Malereien, die in zwei Wochen für Besucher öffnet. In der Höhlen-Replik mit einer Grundfläche von 3500 Quadratmetern können Besucher dann unter anderem 425 Tierzeichnungen bestaunen, die Höhlenbären, Mammuts, Wollnashörner oder Raubkatzen zeigen.

Die Entdeckung der Chauvet-Höhle durch drei Hobby-Höhlenforscher im Dezember 1994 war eine Sensation. In der nahe der Gemeinde Vallon-Pont-d'Arc gelegenen Höhle wurden spektakuläre Malereien gefunden, die vermutlich vor rund 36.000 Jahren entstanden und damit zu den ältesten der Welt gehören. Weil die Malereien aber höchst empfindlich sind, ist die streng bewachte Höhle - seit Juni vergangenen Jahres Unesco-Weltkulturerbestätte - nur wenigen Menschen zugänglich, in erster Linie Wissenschaftlern.

Jährlich 350.000 Besucher erwartet

Damit auch ein breites Publikum einen Eindruck vom künstlerischen Schaffen unserer Vorfahren bekommen kann, wurde in jahrelanger Arbeit ein Nachbau der Chauvet-Höhle angefertigt. Die prähistorischen Bilder wurden mit Hilfe modernster 3D-Technik mit Holzkohle nachgezeichnet, auch Kopien von Tropfsteinen aus der Höhle wurden angefertigt. Mit ihren 3500 Quadratmetern Grundfläche handelt es sich um die größte nachgebaute Steinzeithöhle der Welt.

Auf einem rund einen Kilometer von der Originalhöhle entfernt gelegenen Gelände mit der Form einer Bärentatze befinden sich neben dem Nachbau auch ein Besucherzentrum und ein Restaurant. Das Projekt kostete 55 Millionen Euro, die Verantwortlichen rechnen mit jährlich 350.000 Besuchern. Bereits 1983 wurde ebenfalls in Frankreich ein Nachbau der berühmten Lascaux-Höhle eröffnet, derzeit entsteht eine weitere Replik der Höhle.

(AFP)
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