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Drama in Chicago
Sechsjähriger erschießt dreijährigen Bruder beim Spielen

 Blutige Schießereien der letzten Jahre
Blutige Schießereien der letzten Jahre FOTO: AP
Chicago . Wieder ist es in den USA zu einem tragischen Unfall mit einer Schusswaffe gekommen: Beim "Räuber und Gendarm"-Spielen hat ein sechsjähriger Junge versehentlich seinen dreijährigen Bruder erschossen.

Bei dem tragischen Unfall in Chicago verwendete er der Polizei zufolge eine Waffe seines Vaters, die dieser laut eigenen Angaben illegal von einem Bandenmitglied erhalten hat.

Demnach hatten die beiden Jungen am Samstagabend gespielt, als der ältere der beiden die geladene Handfeuerwaffe auf dem Kühlschrank entdeckte. Der Sechsjährige schoss seinem kleinen Bruder ins Gesicht. Der Dreijährige starb später im Krankenhaus.

Der 25 Jahre alte Vater wurde anschließend festgenommen. Der stellvertretende Staatsanwalt Joseph DiBella sagte während einer Gerichtsanhörung am Sonntag, der Mann habe die Waffe auf der Straße gekauft, sie in einer Schlafanzughose auf dem Kühlschrank versteckt.

Der 25-Jährige sei wegen schwerer Gefährdung eines Kindes angeklagt, berichtete der Sender ABC 7 News am Sonntag. Ein Richter setzte nach Angaben der Zeitung "Chicago Tribune" die Kaution auf 75.000 Dollar (rund 67.000 Euro) fest.

In keiner US-Stadt werden so viele illegale Waffen wie in Chicago beschlagnahmt, wie Polizeichef Garry McCarthy in einem Interview der Nachrichtenagentur AP sagte. Im Jahr 2015 waren es bislang mehr als 5500 und damit mehr als in größeren Städten wie New York und Los Angeles.

Der Fall illustriere auf tragische Weise, warum illegale Waffen solch ein großes Problem für Chicago seien, sagte McCarthy. "Es ist wirklich einfach. Wenn diese Waffe nicht in dem Haus gewesen wäre, wäre das Kind heute am Leben." Das Unglück sei alles andere als ein Einzelfall.

Chicago ist zudem die US-Stadt mit der höchsten Mordrate. Laut Behördenangaben wurden in diesem Jahr bis zum 4. Oktober 370 Menschen umgebracht. Im Vorjahr waren es 306 gewesen. Die Zahl der Waffenvorfälle stieg im selben Zeitraum von 1581 auf 1870.

(felt/ap)
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