Flutgefahr im Erdbebengebiet: China: 1,3 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht
zuletzt aktualisiert: 30.05.2008 - 12:16Peking (RPO). Angst im chinesischen Erdbebengebiet: Weil der Region jetzt auch noch eine Überflutung droht, werden in der Provinz Sichuan 1,3 Millionen Menschen evakuiert. Sie wurden angewiesen, sich in höher gelegenen Gebieten in Sicherheit zu bringen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.
Soldaten bemühen sich fieberhaft um die Sicherung des Tangjiashan-Sees, der sich nach dem Erdbeben vom 12. Mai gebildet hat und zu bersten droht. Am Freitag waren Truppen mit schweren Maschinen im Einsatz, um einen Abfluss für den Tangjiashan zu graben. Knapp 160.000 Menschen wurden in dem Gebiet bereits in Sicherheit gebracht.
Die Soldaten waren am Freitag mit 40 schweren Maschinen im Einsatz. Heftiger Regen hatte die Bemühungen am Donnerstag behindert, Hubschrauber konnten laut einem Fernsehbericht deswegen nicht mit dringend benötigtem Material zum Tangjiashan starten.
Viele der betroffenen Einwohner leben seit dem Erdbeben in Zelten und anderen Notunterkünften. Knapp 160.000 Menschen wurden in den vergangenen Tagen bereits in Sicherheit gebracht. Der Tangjiashan hat sich gebildet, nachdem ein durch das Beben ausgelöster Erdrutsch einen Flusslauf verstopfte.
Knapp drei Wochen nach dem Erdbeben haben die Behörden inzwischen rund 7.000 Kinder in Sichuan wieder mit ihren Familien zusammengebracht, wie Xinhua berichtete. Rund 1.000 Kinder seien noch von ihren Eltern getrennt, in den ersten Tagen waren es mehr als 8.000. Noch immer gingen bei den Behörden mehrere tausend Anfragen für Adoptionen pro Woche ein, zitierte Xinhua einen Sprecher.
Die chinesische Regierung lehnte unterdessen ein Angebot Japans ab, mit Hilfe von Militärmaschinen Hilfsgüter zu liefern. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit dem Zweiten Weltkrieg angespannt. Japan werde nach Gesprächen mit China nicht auf dem Einsatz der Streitkräfte bei seiner Unterstützung bestehen, hieß es in Tokio.
Bei dem Beben der Stärke 7,9 wurden nach offiziellen Angaben vom Freitag 68.858 Menschen getötet. Rund 18.600 werden noch vermisst.
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