Wenige Tage vor Olympia: China: 16 Tote bei Bombenanschlag
zuletzt aktualisiert: 04.08.2008 - 10:42Peking (RPO). In China sind bei einem Angriff auf eine Polizeistation am Montagmorgen 16 Beamte getötet worden. Zudem wurden 16 Polizisten verletzt. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. "Aufständische" seien in der nordwestchinesischen Region Xinjiang mit zwei Autos auf den Posten der Grenzpolizei in der Stadt Kashgar zugefahren und hätten zwei Granaten geworfen. Die Polizisten hatten sich vier Tage vor den Olympischen Spielen zum Morgenappell vor einem benachbarten Hotel versammelt.
Anschließend warfen die Männer zwei Sprengsätze in die Polizeistation in Kashi und griffen die Polizisten mit Messern an, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Die Polizei sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag.
14 Polizisten waren sofort tot, zwei weitere erlagen auf dem Weg ins Krankenhaus ihren Verletzungen. Die Angreifer wurden laut Polizei festgenommen, einer von ihnen wurde am Bein verletzt.
Die örtlichen Behörden wollten sich zunächst nicht zu dem Vorfall in der Provinz Xinjiang äußern. Das ehemalige Handelszentrum Kashi an der früheren Seidenstraße ist heute ein beliebter Ferienort und liegt 130 Kilometer von der Grenze zu Pakistan, Afghanistan und Kirgistan entfernt. In der Gegend leben muslimische Uiguren, die sich gegen die chinesische Herrschaft auflehnen. Einige von ihnen sind militante Islamisten.
Xinhua meldete, die Polizei in Xinjiang habe zuvor Geheimdienstinformationen über einen möglichen Terroranschlag der Islamischen Bewegung Ost-Turkistan zwischen dem 1. und dem 8. August erhalten. Diese Gruppe radikaler Uiguren wird von China und den USA als Terrororganisation eingestuft; die chinesischen Behörden verwenden den Namen jedoch häufig als Bezeichnung für eine größere Anzahl gewalttätiger Separatistengruppen.
In der Region gab es bereits in den 90er Jahren Angriffe. Die Pekinger Regierung hat dort paramilitärische Einheiten stationiert und geht gegen nicht registrierte Moscheen und Religionsschulen vor, die nach Darstellung der Behörden die Aktionen fördern.
Radikale Uiguren werden auch als größte Gefahr für die Olympischen Spiele gewertet. In den vergangenen Monaten vereitelte die chinesische Polizei nach eigenen Angaben Pläne, nach denen ein Passagierflugzeug gesprengt werden sollte. Geplant sei auch die Entführung von Sportlern und Journalisten gewesen.
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