Übung für den Ernstfall: China beginnt mit Evakuierungen
zuletzt aktualisiert: 31.05.2008 - 09:42Chengdu (RPO). Die chinesischen Behörden haben im Rahmen einer Großübung mit Evakuierungen aus dem Erdbebengebiet der Provinz Sichuan begonnen. Damit solle vor allem die Effektivität der Kommandostruktur für den Fall einer plötzlichen Massenevakuierung bei einem Dammbruch getestet werden. Bis Sonntagmorgen sollen 25.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden.
Hunderte Soldaten bemühten sich weiterhin fieberhaft, einen Abfluss für den Tangjiashan-See zu graben, der sich nach dem Erdbeben vom 12. Mai gebildet hat und zu bersten droht. Xinhua zufolge wurden bis Freitag schon etwa 175.000 akut gefährdete Anrainer aus ihrem Tal in höher gelegene Gebiete gebracht. Im Rahmen der Übung folgten ihnen am Samstagmorgen zunächst die im Erdbebengebiet eingesetzten Rettungskräfte.
Die mehr als eine Million übrigen Anwohner, die ebenfalls gefährdet sind, sollen nach Behördenangaben nur bei einem tatsächlichen Dammbruch evakuiert werden. Sie seien jedoch darauf hingewiesen worden, dass dieser Fall eintreten könnte. Die jetzige Übung diene der Vorbereitung darauf, zitierte Xinhua einen regionalen Funktionär der Kommunistischen Partei. Für das Wochenende wurde aber noch kein Dammbruch erwartet.
Präsident Hu reist erneut ins Erdbebengebiet
Der chinesische Präsident Hu Jintao reiste am Samstag in die Provinz Shaanxi nördlich von Sichuan. Auch dort wurden einige Regionen von dem schweren Erdbeben in Mitleidenschaft gezogen. Hu wolle sich wie zuvor schon in Sichuan über den Stand der Rettungsarbeiten informieren, berichtete Xinhua. Bei dem Erdbeben vom 12. Mai kamen nach jüngsten amtlichen Angaben mindestens 68.858 Menschen ums Leben. 18.618 wurden weiterhin als vermisst gemeldet.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum