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Politische Verfolgung
Mehr als 100 Anwälte und Aktivisten in China festgenommen

China nimmt mehr als 100 Aktivisten und Anwälte fest
FOTO: AP, AP
Peking. Bei der größten Verfolgungswelle seit Jahren sind in China über 100 Anwälte und staatskritische Aktivisten festgenommen worden. Das Polizeiministerium begründete die Aktion damit, dass die Anwälte eine "größere kriminelle Vereinigung gegründet hätten.

82 seien wieder auf freien Fuß gekommen, aber drei erneut festgesetzt worden, berichteten am Montag in Hongkong eine Anwaltsgruppe für Menschenrechtsfälle und die "South China Morning Post".

Es ist nach Angaben von Menschenrechtsgruppen der größte Schlag gegen Bürgerrechtsanwälte seit dem Amtsantritt von Chinas neuem Parteichef Xi Jinping vor knapp drei Jahren.

Amnesty International appellierte an Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD), die Festnahmewelle bei seinem Besuch am Dienstag und Mittwoch in Peking anzusprechen. Wegen der Griechenlandkrise hat Gabriel seine Visite um einen Tag vorverlegt. Er trifft am Mittwoch Xi Jinping.

Chinas Polizeiministerium begründete die landesweite Aktion damit, dass Anwälte eine "größere kriminelle Vereinigung" gegründet und die öffentliche Ordnung "ernsthaft gestört" hätten.

Im Mittelpunkt der Beschuldigungen steht die Pekinger Kanzlei Fengrui, die häufig heikle Menschenrechtsfälle angenommen hat. Ihr Anwalt Zhou Shifeng, der auch festgenommen wurde, hatte zuletzt die Journalistin und "Zeit"-Mitarbeiterin Zhang Miao vertreten. Sie war am Freitag nach neun Monaten Haft ohne Anklage freigekommen.

(dpa)
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