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10.000 Tiere geschlachtet
Trotz Kritik: Chinesen veranstalten Hundefleisch-Festival

Hunde für Fleisch-Festival in China zusammengepfercht
Hunde für Fleisch-Festival in China zusammengepfercht FOTO: ap
Peking. Trotz heftiger internationaler Kritik ist am Montag in den Restaurants der südchinesischen Stadt Yulin das alljährliche Hundefleisch-Festival gefeiert worden.

Dafür wurden rund 10.000 Hunde geschlachtet - viele von ihnen waren zuvor gestohlen worden. Die Regierung der Stadt distanzierte sich von dem Festival und kündigte neue Auflagen an.

Prominente wie der britische Komödiant Ricky Gervais und das brasilianische Supermodel Gisele Bündchen hatten ein Ende des Festivals gefordert. Mehr als drei Millionen Menschen hatten Petitionen dagegen unterzeichnet, wie die Kommunikationsmanagerin der Plattform change.org, Shareeza Bhola, sagte. Tierschützer monierten, das Festival habe keinen kulturellen Wert und sei nur erfunden worden, um die Werbetrommel zu rühren.

Die örtliche Regiering betonte, sie habe zu dem Festival keine Verbindungen. Man sponsere es nicht und mache dafür auch keine Werbung. Die Behörden übten strenge Kontrolle aus, um die öffentliche Ordnung aufrecht zu erhalten und das Stehlen oder Vergiften von Hunden zu ahnden. Händlern werde nicht länger erlaubt, die Hunde in der Öffentlichkeit zu schlachten, Tierkörper auszustellen oder die Mahlzeiten draußen zu servieren.

Das alles verdarb den Menschen in der Festivalstadt im ländlichen und verarmten Gebiet der autonomen Region Guangxi Zhuang aber offenbar nicht den Appetit: Die Restaurantbesitzer berichteten von lebhaften Geschäften bei der Veranstaltung, mit der vorgeblich die Sommersonnenwende begangen wird.

Restaurantbesitzer erklärten, es sei Tradition, im Sommer Hundefleisch zu verspeisen. Trotz der Einschränkungen sei das Festival für Fans solcher Gerichte weiter eine Attraktion. Der Empfangschef des Longmen Dog Meat Restaurants sagte: "Das Essen von Hundefleisch ist eine örtliche Tradition, es hat nichts mit der örtlichen Regierung zu tun."

In einigen Teilen Chinas werden Hunde gegessen, aber es ist kein geläufiges Gericht. Früher hatte die Kommunistische Partei Hunden als Haustieren eher negativ gegenüber gestanden. Im Laufe der letzten Jahre schafften sich aber immer mehr Chinesen Hunde als treue Begleiter an, vor allem bei der städtischen Mittelschicht wurden sie immer beliebter.

(ap)
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