US-Präsident besucht die Volksrepublik: Chinesen sind begeistert von "Obamao"
zuletzt aktualisiert: 16.11.2009 - 15:06Peking (RPO). Bei den Chinesen hat US-Prädient Brack Obama Kultstatus erreicht: Sein Konterfei prangt auf Stickern, Tassen und T-Shirts. Die Menschen in der Volksrepublik haben den Besuch sehnsüchtig erwartet.
Die Zensur in China greift nach wie vor. Webseiten wurden gesperrt, die Rede Obamas nicht live im Fernsehen übertragen, nur ausgewählte Studenten druften mit dem US-Präsidenten diskutieren. Doch auf den Straßen zeigen die Chinesen ihre Begeisterung. Sie lassen sich unter anderem Obama-Haarschnitte beim Friseur verpassen. Auch der Handel mit Fanartikeln blüht - zum Unmut der Regierung. Sie fürchtet, der Präsident könnte sich beleidigt fühlen, wenn er Shirts, Kappen oder tassen mit seinem Anlitz sieht.
Außerdem haben die Chinesen einen Weg gefunden, ihrer Bewunderung mit Parteitreue einhergehen zu lassen: Sie zeigen Bilder, die Obama optisch mit dem Revolutionsführer Mao Tse Tung verquickt. Auf den Stickern und Taschen sieht man den Präsidenten in der Uniform der kommunistischen Revolution.
Mysteriöser Namen auf Mandarin
Beim China-Besuch des US-Präsidenten beschäftigt noch eine weitere Frage die Offiziellen und das Volk: Wie schreibt sich Obamas Name auf Mandarin?
Chinesische Blogger haben dafür ihren ganz eigenen Vorschlag: In Anlehnung an Mao regen sie an, einfach von "Obamao" oder "Maobama" zu sprechen. darauf dürften sich die USA und China sicher nicht einigen können. Bislang haben die Chinesen Obama seit dem Beginn seines politischen Aufstiegs "Aobama" buchstabiert. Nun besteht die US-Delegation darauf, "Oubama" als Schreibweise festzulegen.
Dies sei die offizielle Transkription der US-Regierung und werde bereits in Taiwan und Hongkong verwendet, begründete die Sprecherin der US-Botschaft in Peking, Susan Stevenson, den Vorstoß. "Wir bemühen uns um Einheitlichkeit."
Das chinesische Außenministerium schrieb den US-Präsidenten am Montag auf seiner Internetseite allerdings weiter "Aobama" - wobei der chinesische Buchstabe "ao" soviel wie "mysteriös" oder "geheimnisvoll" bedeutet. Verantwortlich für die Transkription ausländischer Namen ist in China eine eigene Regierungsbehörde, die ein offizielles Handbuch herausgibt.
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