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Unruhen in Urumqui: Chinesische Polizei erschießt zwei Uiguren

zuletzt aktualisiert: 13.07.2009 - 15:18

Urumqi (RPO). Bei neuen gewalttätigen Auseinandersetzungen in der westchinesischen Stadt Urumqi hat die Polizei am Montag zwei Uiguren erschossen. Die chinesischen Behörden teilten weiter mit, die Polizei sei gegen Gesetzesbrecher eingeschritten. Es gab einen Verletzten.

Die Beamten hätten am Montag versucht, die drei Männer von einem Überfall mit Messern und Stangen auf einen weiteren Uiguren abzuhalten und seien dabei selbst angegriffen worden, erklärte ein Regierungssprecher in Urumqi. Die Polizei habe Warnschüsse in die Luft abgegeben, die Männer hätten aber nicht darauf reagiert.

Der Zwischenfall spielte sich unter den Augen verängstigter Passanten in der Nähe eines uigurischen Viertels ab. Passanten brachten sich in Gebäuden in Sicherheit, ein Schützenpanzer fuhr vor. Fotos zeigen, wie ein Polizist sein Gewehr hebt, um einen Mann zu schlagen.

Als der Mann blutend auf dem Boden liegt, umringen ihn Sicherheitskräfte. Ein Augenzeuge erklärte, er habe drei Männer mit Messern gesehen. Sie seien aus einer Moschee gekommen und hätten eine Gruppe Polizisten am Straßenrand angegriffen. Sicherheitskräfte hätten die Männer verfolgt, geschlagen und Schüsse abgegeben.

Polizei durchsucht Busse

Zuvor hatte sich die Lage in der Provinz Xinjiang etwas entspannt. Die meisten Geschäfte waren wieder geöffnet. Kleinere Gruppen von Sicherheitskräften und Sondereinsatzkräfte der Polizei standen in den Straßen Wache, Hubschrauber überflogen die Stadt. Busse wurden laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua nach Verdächtigen durchsucht, die Bürger wurden aufgefordert, Ausweispapiere mitzuführen.

Die Rechtsbehörde in Peking legte Anwälten unterdessen nahe, im Zusammenhang mit den jüngsten Unruhen keine Fälle zu übernehmen. Ziel der Ausschreitungen sei gewesen, die ethnische Einheit und den inneren Frieden des Landes zu zerstören, erklärte die Behörde auf ihrer Website.

Sie fordere daher alle Anwälte auf, dies anzuerkennen und gegebenenfalls Rat bei den Justizbehörden einzuholen. Anwälten wurde außerdem verboten, sich gegenüber den Medien oder im Internet zu äußern.

Bei den Ausschreitungen zwischen chinesischen Sicherheitskräften und Angehörigen der uigurischen Minderheit am Sonntag vergangener Woche wurden nach offiziellen Angaben mindestens 184 Menschen getötet und 1680 weitere verletzt.

Die Behörden warnten am Montag, die Opferzahl könne weiter ansteigen, zumal 74 Menschen noch in Lebensgefahr schwebten. Seit Ausbruch der Unruhen hat die Regierung in Peking tausende Soldaten und paramilitärische Einheiten in die zentralasiatische Provinz verlegt.

Quelle: AFP

 
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