Fragliche Auktion: Chirurgische Instrumente von SS-Offizier
zuletzt aktualisiert: 07.02.2012 - 20:51London (RPO). Ein Auktionshaus in Südengland bietet am kommenden Samstag chirurgische Instrumente aus einem NS-Konzentrationslager an. Die Instrumente gehörten offenbar dem SS-Offizier Anton Burger aus Österreich, der zwischen Juli 1943 und Februar 1944 das KZ Theresienstadt leitete.
Die Werkzeuge tragen seine Initialen. Burger hatte keine medizinische Ausbildung absolviert, sodass die Verwendung der chirurgischen Instrumente fraglich ist. Der Wert der Geräte beträgt Schätzungen zufolge zwischen 2400 und 4800 Euro.
Nach Angaben des Auktionshauses Villa Hall Auctions hatten Überlebende des Holocaust den Koffer mit den Geräten nach dem Zweiten Weltkrieg an sich genommen. Die Schwiegertochter der Familie gab sie schließlich nach dem Tod ihres Mannes zur Versteigerung frei.
Ob dessen Angehörige selbst in Theresienstadt waren oder sie die Instrumente später auf dem Schwarzmarkt kauften, war nach Informationen des Auktionshauses ungewiss.
Das KZ Theresienstadt befand sich in der Stadt Terezin im heutigen Tschechien. 33.000 Juden kamen dort ums Leben, 88.000 wurden weiter in Vernichtungslager gebracht. Die Nazi-Propagandisten drehten in Theresienstadt einen Film und richteten das Lager für einen Besuch des Roten Kreuzes her.
Lagerleiter Anton Burger wurde nach dem Krieg zum Tode verurteilt, konnte aber untertauchen. Bis zu seinem Tod 1991 lebte er unter falscher Identität in Deutschland. Sein wahrer Name wurde erst drei Jahre später herausgefunden.
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