Südafrikas Grenzgebiet zum Katastrophengebiet erklärt: Cholera in Südostafrika weitet sich aus
zuletzt aktualisiert: 11.12.2008 - 17:09Harare (RPO). Neue Hiobsbotschaften vom schwarzen Kontinent: Die Cholera in Südostafrika weitet sich aus. Nach 783 Todesopfern in Simbabwe wurde jetzt auch eine benachbarte Grenzregion in Südafrika zum Katastrophengebiet erklärt. Die angespannte Lage verschärft auch den politischen Druck auf den simbabwischen Machthaber Robert Mugabe.
Die Regierung der südafrikanischen Provinz Limpopo erklärte am Donnerstag die Region Vhembe zum Katastrophengebiet. Damit können zusätzliche Mittel für den Kampf gegen die Seuche bereitgestellt werden, wie Regierungssprecher Mogale Nchabeleng mitteilte. In der Region mussten bislang 664 Bewohner wegen Choleraverdachts behandelt werden. Mindestens acht Menschen sind gestorben. Bei der Ortschaft Beitbridge überqueren jeden Tag mehrere hundert Menschen aus Simbabwe die Grenze, um Arbeit in Südafrika zu finden, Lebensmittel zu kaufen oder einen Arzt aufzusuchen.
In Simbabwe wurden bislang mehr als 16.400 Cholera-Fälle registriert. Die Regierung in Harare rief in der vergangenen Woche den Notstand aus. Bei einem Staatsbegräbnis für einen führenden Funktionär der Regierungspartei ZANU-PF, Elliot Manyika, sagte Mugabe, die Epidemie sei mit Hilfe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Kontrolle gebracht worden.
Mit Blick auf die Forderung der kenianischen Regierung an die Adresse der Afrikanischen Union, Truppen nach Simbabwe zu schicken, sagte Mugabe: "Es gibt keinen Grund für Krieg. Wir brauchen Ärzte, keine Soldaten." Mugabe sagte, die Cholera sei in der Region allgemein verbreitet und komme aus anderen Ländern.
Der botsuanische Außenminister Phandu Skelemani rief am Donnerstag zu Maßnahmen auf, um den 84-jährigen Staatschef in Simbabwe zu isolieren. "Wenn man die Benzinversorgung sperrt, denke ich, dass die ZANU-PF abtreten muss", sagte Skelemani der Nachrichtenagentur AP. Gleichzeitig müssten kritische Versorgungsgüter nach Simbabwe geschickt werden, um den Hungertod zahlreicher Menschen zu verhindern.
Mugabe regiert das Land seit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft im Jahr 1980. Gespräche mit der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) über die Bildung einer gemeinsamen Regierung im Anschluss an die umstrittene Präsidentenwahl im März und Juni sind in eine Sackgasse geraten.
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