Karfreitag-Prozessionen: Christen gedenken Jesu Christi
zuletzt aktualisiert: 06.04.2007 - 17:54Bonn/Vatikanstadt (RPO). In Gottesdiensten und mit Prozessionen am Karfreitag haben Christen auf der ganzen Welt dem Tod Jesu Christi gedacht. Papst Benedikt XVI. blieb bei seinem zweistündigen Gottesdienst im vollbesetzten Petersdom minutenlang regungslos vor dem Hauptaltar liegen.
Mit den Gläubigen betete der Papst für die großen Anliegen der Kirche und der Welt. Höhepunkt der römischen Feiern am Karfreitag ist am Abend der traditionelle Kreuzweg beim antiken Kolosseum, den Benedikt XVI. selbst anführt. Dazu werden mehrere zehntausend Menschen erwartet.
In der Jerusalemer Altstadt zogen mehrere tausend Pilger entlang der Via Dolorosa bis zur Grabeskirche. Einige Teilnehmer trugen traditionell Holzkreuze auf den Schultern, in Erinnerung an den Leidensweg Christi. Da die Ostertermine der Ost- und Westkirchen in diesem Jahr zusammenfallen, war der Andrang besonders groß.
Die Polizei musste immer wieder eingreifen, um Pilgerstaus in den engen Gassen der Altstadt aufzulösen. Auch in der Grabeskirche, wo verschiedenste Konfessionen seit den frühen Morgenstunden der Todesstunde Jesu gedachten, herrschte Ausnahmezustand.
Papst trägt das Kreuz
Wie im Vorjahr wird Benedikt XVI. zu Beginn und am Ende des 14 Stationen umfassenden Kreuzweges in Rom persönlich das Kreuz tragen. Dazwischen führen Jugendliche aus Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa die Prozession vom antiken Theaterrund des Kolosseums zum Palatin-Hügel an. 67 Sender übertragen die Feier weltweit. Wegen der Veranstaltung, die um 21.15 Uhr beginnt, werden vom frühen Abend an eine U-Bahn-Station geschlossen und 13 Buslinien umgeleitet.
Die Meditationen für den diesjährigen Kreuzweg stammen von dem Bibelwissenschaftler Gianfranco Ravasi. In den Texten erinnert Präfekt der Mailänder Bibliothek und Pinakothek Ambrosiana an den Schmerz und die Verlassenheit Jesu und zahlloser anderer Menschen. Zugleich prangert er die Gleichgültigkeit gegenüber fremdem Leiden an.
Übernachtungsrekord in Rom
Roms Hotelbetriebe rechnen für die Ostertage mit mehr als 630.000 Übernachtungen. Der Tourismusverband der Region prognostizierte einen Zuwachs der Besucherzahlen um rund zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einen bedeutenden Anteil haben daran die Deutschen: Auch zum 80. Geburtstag Benedikt XVI. am 16. April werden viele Besucher aus seiner Heimat erwartet.
Religiöser Höhepunkt des Osterprogramms ist die Feier der Osternacht am späten Samstagabend im Petersdom. Am Sonntag verliest Benedikt XVI. nach einer Festmesse seine Osterbotschaft, bei der der Papst traditionell auch auf aktuelle politische Probleme eingeht. Anschließend spendet das Kirchenoberhaupt den Segen "Urbi et orbi" und richtet seine Osterwünsche an die Welt. Zur Live-Übertragung haben sich 108 TV-Anstalten aus 67 Ländern im Vatikan angemeldet.
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