Tausende Gläubige haben die Christmette im Petersdom verfolgt. Papst Benedikt XVI. kritisiert die "schonungslose Ausbeutung" der Erde.
Mit Kritik an der Zerstörung der Erde hat Papst Benedikt der XV. in der Nacht zum Dienstag die traditionelle Mitternachtsmesse im Petersdom begangen.
In seiner Predigt vor tausenden Gläubigen bedauerte der Papst den "Zustand", in dem sich die Erde heute "durch den Missbrauch der Energien und durch deren schonungslose Ausbeutung für unsere Interessen" befindet.
Weihnachten sei auch ein "Fest der wiederhergestellten Schöpfung", betonte er.
In seiner auf Italienisch gehaltenen Predigt mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche ferner, über die eigenen Probleme nicht die Sorgen der Bedürftigen zu ignorieren.
"Haben wir Zeit für den Nächsten, der mein Wort, meine Zuwendung braucht? Für den Leidenden, der Hilfe nötig hat? Für den Vertriebenen oder Heimatlosen, der Herberge sucht?"
Er beklagte, die Menschheit sei "so sehr mit sich selbst beschäftigt, sie braucht allen Raum und alle Zeit so dringend für das Eigene, daß nichts für den anderen bleibt".
Je reicher die Menschen würden, deste mehr "füllen sie alles mit sich selber aus".
Die Geburt Christi in einem Stall sei Symbol für diese Ignoranz: "Irgendwie wartet die Menschheit auf Gott, auf seine Nähe. Aber wenn es so weit ist, hat sie keinen Platz für ihn."
Es war die dritte Christmette Papst Benedikt XVI. seit seiner Wahl zum Kirchenoberhaupt im April 2005.
Nach Angaben des Vatikans wurde sie von 62 Fernsehstationen in 42 Länder übertragen. Am ersten Weihnachtsfeiertag wird Benedikt XVI. von der Mittelloggia des Petersdomes aus seine Weihnachtsbotschaft an die Welt richten und den Segen "Urbi et Orbi" (Der Stadt und dem Erdkreis) spenden.