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Vor 35 Jahren hob das Überschallflugzeug zum Jungfernflug ab: Concorde-Absturz: Das Ende des schnellsten Stücks Luxus

VON SILKE FREDRICH - zuletzt aktualisiert: 01.03.2004 - 13:53

Düsseldorf (rpo). Als "Extravaganz der Lüfte" und "Wunder der Technik" haben Spezialisten und Flugzeugkenner die Concorde häufig bezeichnet. Heute vor 35 Jahren hob das Übschallflugzeug zu ihrem Jungfernflug ab und leitete damit ein bewegendes Stück Luftfahrtgschichte ein. Der Absturz einer Maschine vor vier Jahren besiegelte jedoch das jähe Ende des Überschallflugzeugs. 

Die Concorde entstand aus der Luft- und Raumfahrtrivalität zwischen Europa und den USA. Die Amerikander waren auf den Mond geflogen, doch ein Überschall-Linienflugzeug hatten sie nicht. Die Concorde wurde deshalb in den 60er Jahren von den französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulles und George Pompidou gefördert und als Antwort auf das Raumfahrtprogramm der NASA verstanden. Die Concorde sollte zu einem Symbol der technischen Leistungsfähigkeit der "Grande Nation" werden.

Die ersten Entwürfe gab es bereits Mitte der 50er Jahre von britischen Ingenieuren. Die erste Überschallmaschine für den Linienflug bauten aber die Russen: die Tupolew-144 wurde im Wettlauf mit den britischen und den französischen Ingenieuren einige Monate früher fertig. 1969 startete die Concorde dann zu ihrem Jungfernflung. Dann haben Fachleute mehr als sieben Jahre geprüft und getestet, bevor 1976 die regelmäßigen Passagierflüge mit doppelter Schallgeschwindigkeit starteten.

Schub mit Nachbrennern

Eine der wichtigsten Voraussetzungen, schneller als der Schall fliegen zu können, war die Konstruktion der Flügel. Die so genannten Delta-Flügel waren aber für Starts und Landungen aerodynamisch ungünstig. Nur durch die Unterstützung von Nachbrennern, die für 20 Prozent mehr Schub sorgten, konnte die Concorde überhaupt vom Boden abheben.

Die Reifen waren auf Grund der plötzlichen Beschleunigung bei einer Startgeschwindigkeit von 400 Stundenkilometern extremen Belastungen ausgesetzt. Nach 30 Landungen musste daher ein Reifenwechsel vorgenommen werden. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als 2000 Kilometer pro Stunde erhitzte sich die Außenhaut des Fliegers auf 127 Grad Celsius.

Extrem unwirtschaftlich

Für den schnellen Flug benötigte die Concorde sehr viel Treibstoff. Ungefähr viermal so viel Kerosin wie ein normaler Jet. Ein wirtschaftlicher Erfolg wurde die Concorde nie. Nur British Airways und Air France besaßen eine kleine Flotte von je vier und sieben Maschinen. Weil zudem viele Länder eine Überfluggenehmigung mit Überschall verweigerten, pendelte die Concorde nur über den Atlantik.

Beim Absturz einer Concorde der Air-France im Juli 2000 kamen bei Paris 113 Menschen ums Leben, davon 97 Deutsche. Bristish-Airways und Air-France hatten daraufhin ihren Concorde-Verkehr eingestellt und die 30 Jahre alten Maschinen mit Millionenaufwand überholt. Unter anderem bekamen sie dickere Reifen und kugelsichere Treibstofftanks. Doch das ohnehin nie überwältigende Interesse an Concorde-Flügen erreichte nie wieder das alte Niveau.

Am 24. Oktober vergangenen Jahres hob das schnellste Stück Luxus zum letzten Mal von New York nach London ab. An Bord waren nur geladene Gäste. Soviel Bewunderung das Überschallflugzeug auch auslöste, so viele Gegner hatte die Concorde auch. Viele Schaulustige verabschiedeten das Flugezug deshalb mit den Worten: "Auf dass sie nie wieder kommen möge!"

 

 


 
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