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Forscher fürchtet um guten Ruf
Dänisches Gericht ignoriert neue Beweise zum 11. September 2001

9/11: Gedenken zum elften Jahrestag
9/11: Gedenken zum elften Jahrestag FOTO: afp, MARY ALTAFFER
Kopenhagen. Beobachter eines Gerichtsprozesses hatten große Erwartungen in die Beweisstücke gesetzt: ein Video etwa sollte beweisen, dass bei den Terroranschlägen des 11. Septembers beschädigte Gebäude in Wirklichkeit gesprengt worden seien. Das Gericht enttäuschte diese Erwartungen jedoch. Von Aaron Clamann

In dem Gerichtsprozess am hohen Gericht in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen ging es eigentlich um eine mutmaßliche Verleumdung. Der Chemiker und langjährige Universitätsdozent Niels Harrit fühlte sich von einem Kommentar in der Zeitung "Weekendavisen" aus dem Jahr 2012 beleidigt. Der Autor Søren K. Villemoes hatte Harrit in einem Meinungsstück als "Spinner" bezeichnet.

Das Gericht in Kopenhagen hat nun entschieden, dass der Artikel deutlich als Meinungsstück gekennzeichnet worden sei und damit der freien Meinungsäußerung und dem Recht auf Pressefreiheit entspreche. Dies berichtet die Studentenzeitung "University Post". Gleichzeitig ließ das Gericht Beweise des Forschers, mit denen er seinen Ruf reinwaschen wollte, erst gar nicht zu. Niels Harrits Beweisstücke sollten nicht nur seinen Namen reinwaschen, sondern auch neue Erkenntnisse zu den Terroranschlägen von New York bringen. Zwar gibt es zahlreiche Berichte der US-amerikanischen Ermittlungsbehörden zu den Einstürzen der Gebäube des Wolrd Trade Centers, ein Gericht hatte jedoch noch nicht darüber verhandelt.

Dabei ging es in dem Zeitungsartikel aus dem Jahr 2012 gar nicht um die Anschläge des 11. Septembers, sondern eine Ausstellung in der königlichen Bibliothek in Kopenhagen, deren Inhalt nach Ansicht des Journalisten keine gesicherten Fakten über den Völkermord in Armenien dargestellt hatte. Sein sarkastischer Vorschlag: Dann könnte man ja auch direkt Harrit dort ausstellen lassen oder ein paar Holocaust-Leugner.

Diesen Vergleich wollte Harrit nicht auf sich sitzen lassen. Schließlich hätten Analysen von Staubproben der Unglücksstelle am Ground Zero in New York ergeben, dass der Turm des World Trade Centers 7 gesprengt worden sei und nicht durch eine Druckwelle von außen zusammengebrochen sei. Der Turm stand in unmittelbarer Nähe der beiden Zwillingstürme, die am 11. September 2001 Ziel eines Terroranschlags mit zwei Passagierflugzeugen wurde. Folgendes Video deute ebenfalls auf eine Sprengung hin:

Nachdem das hohe Gericht in Kopenhagen die Beweise Harrits nicht anerkannte und dem Journalisten Søren K. Villemoes Recht gab, denkt Niels Harrit laut "University Post" über weitere rechtliche Schritte nach. Die juristische Niederlage eröffnet Harrit jedenfalls nicht automatisch den Weg zum Verfassungsgericht. Eine Verhandlung wäre dort erst möglich, wenn das Gericht von selbst tätig würde.

(ac)
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