Ilich Ramirez Sánchez war in den 70er und 80er Jahren das Gesicht des internationalen Terrorimsus. Sein berühmtester Anschlag galt 1975 der Opec-Zentrale in Wien, bei dem er bis zu den Delegierten vordrang und sie in seine Gewalt brachte.
Das ist Carlos heute, als 62-Jähriger. Seit bald 20 Jahren sitzt er in einem französischen Gefängnis, aus dem er sich gelegentlich mit haarsträubenden Forderungen zu Wort meldet.
Noch immer pflegt er die revolutionäre Attitüde und tritt betont selbstbewusst auf. Vor dem Beginn des zweiten Prozesses gegen ihn im November 2011 zeigte er den früheren Innenminister Pasqua an, weil der ihn 1994 im Sudan verhaften ließ.
In diesem Gerichtssal soll sich Carlos wegen mehrer Anschläge in den 80ern verantworten. Der Terrorist soll unter anderem mit Terrorangriffen auf Züge versucht haben, seine verhaftete Frau und einen Kameraden freizupressen.
Seine Anhänger verehrten ihn. Zu ihnen zählte unter anderem die Deutsche Christa-Margot Fröhlich. Die Aufnahme zeigt sie bei ihrer Verhaftung im Oktober 1995 in Rom. Auch sie soll bei den Anschlägen mit von der Sache gewesen sein, wird allerdings von Deutschland nicht ausgeliefert.
Auch der Deutsche Johannes Weinrich zählt in Paris zu den Angeklagten, wird aber nicht erscheinen. Gegen den mutmaßlichen Komplizen war im Januar 2000 in Deutschland wegen eines Bombenanschlags in Berlin eine lebenslange Haft verhängt worden.
Im Gerichtssaal zeigte sich Carlos zu Beginn der Verhandlung kämpferisch.
Eine Besonderheit ist die Frau, die ihn verteidigt. Denn die Anwältin Isabelle Coutant-Peyre liebt den Mann, den sie vor Gericht vertritt.
Im Gefängnis hat sie Carlos nach islamischem Recht geheiratet. Hier sind die beiden in einer Aufnahme aus dem Jahr 2000 zu sehen.