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IS-Kämpfer
Denis Cuspert droht mit Anschlägen in Deutschland

Denis Cuspert: Rapper droht in Video mit Anschlägen in Deutschland
Der radikale Islamist Denis Cuspert soll syrische Regierungssoldaten und Zivilisten ermordet haben. FOTO: dpa, hpl
Hamburg. In einem dreiminütigen Video droht Denis Cuspert, der einst als sogenannter Gangsta-Rapper mit dem Künstlernamen Deso Dogg bekannt wurde, mit Anschlägen in Deutschland. Wörtlich singt er: "In Frankreich folgten Taten, die deutschen Schläfer warten."

Die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hat laut einem Medienbericht ein neues Video des deutschen Dschihadisten Denis Cuspert veröffentlicht. Es handle sich um ein sogenanntes Kampf-Naschid, ein Lied, in dem die Taten der Dschihadisten verherrlicht werden, berichtet "Spiegel Online".

In dem Video seien Aufnahmen der Attentäter von Paris zu sehen, die Anfang Januar in der französischen Hauptstadt Anschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt verübt und 17 Menschen getötet hatten.

De Maizière unbeeindruckt

IS-Anhänger in Deutschland sollten es ihnen nachtun, forderte Cuspert laut "Spiegel Online". "Auch wenn Du in Europa bist, mache deinen Dschihad", singt der 39-Jährige demnach. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich unbeeindruckt von der Drohung und riet davon ab, ihr zu viel Bedeutung beizumessen.

"Es gibt viele solcher Drohungen im Internet, öffentlich, nicht öffentlich", sagte de Maizière in Berlin. "Manche sind auch auf Öffentlichkeit angelegt, wie diese hier." Solche Drohungen würden auf ihre Belastbarkeit geprüft. "Wir können aber nicht allein deswegen, weil jemand meint, er macht eine solche Drohung öffentlich, es deswegen ernster nehmen, als wenn es nicht öffentlich ist."

Ermittlungen wegen Kriegsverbrechen

In dem Bericht heißt es weiter, Cuspert richte sich in dem Video offenbar gezielt an deutsche Konvertiten. So sei in dem Clip ein Koran in deutscher Übersetzung zu sehen. Cuspert, der sich mittlerweile Abu Talha al-Almani nennt, gilt als einer der bekanntesten aus Deutschland stammenden Islamisten. Nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes schloss er sich spätestens im April 2014 dem IS in Syrien an.

Bereits Jahre zuvor soll er sich religiös radikalisiert, Deutschland zunächst im Jahr 2012 in Richtung Ägypten verlassen haben und dann Anfang 2013 weiter nach Syrien gereist sein. Der gebürtige Berliner trat bereits in mehreren IS-Propagandavideos auf. Die Generalbundesanwaltschaft ermittelt wegen Kriegsverbrechen gegen ihn.

Video ist authentisch

Cusperts Video ist nach Einschätzung deutscher Sicherheitskreise authentisch, hieß es am Mittwoch. Es handele sich dabei eindeutig um die Stimme des Islamisten.Das Material sei von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) produziert worden.

 

(AFP/dpa)
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