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Birma: Deutsche spenden nicht für die Opfer

zuletzt aktualisiert: 14.05.2008 - 16:04

Frankfurt/Main (RPO). Wirbelsturm "Nargis" hat in Birma eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Mindestens 38.000 Menschen starben, mehr als 30.000 werden vermisst. Hunderttausende Menschen sind ohne Obdach. Das Aufkommen privater Spenden in Deutschland ist dennoch äußert gering, wie Hilfsorganisationen melden. Bei der Tsunami-Katastrophe 2004 sei die Hilfsbereitschaft deutlich größer gewesen.

Bei der Aktion Deutschland Hilft, einem Zusammenschluss von zehn Organisationen, gingen nach eigenen Angaben bislang insgesamt nur 250.000 Euro ein. Nach dem Tsunami im Dezember 2004 seien dagegen innerhalb von nur drei Tagen rund 3,6 Millionen Euro gespendet worden, sagte Janina Niemietz von dem Aktionsbündnis am Mittwoch der AP. "Wir rufen die Menschen deshalb ganz dringend zu weiteren Spenden auf", sagte Niemietz.

Auch die anderen Hilfsorganisationen klagen nach einem Bericht der "Frankfurt Rundschau" über die Zurückhaltung der Bundesbürger. So stünden die aktuell bei der Caritas eingegangenen Spenden von knapp 100.000 Euro "in keiner Relation" zur benötigten Hilfe, wurde Achim Reinke von Caritas International zitiert. "Das reicht gerade mal für 1.500 Zeltplanen." Bald beginne in Birma die Regenzeit, und man wolle bis Ende dieser Woche 50.000 Menschen erreichen. "Wir finanzieren das aus unseren Beständen."

Auch die Organisation Ärzte ohne Grenzen erhält bislang viel weniger Spenden als etwa bei der Tsunami-Katastrophe 2004. Nur "mehrere tausend Euro" habe man bislang bekommen, sagte ein Sprecher den Angaben zufolge. Beim Roten Kreuz waren es bis Dienstag erst 280.000 Euro Spendengeld.

Wiederaufbau dauert mindestens zwei bis drei Jahre

Die Hilfsorganisationen widersprachen dem Eindruck, die Hilfe komme nicht ins Land. "Unsere einheimischen Mitarbeiter waren ab dem ersten Tag im Einsatz", sagte Caritas-Sprecher Reinke. Sie hätten Leichen geborgen, Wasser gekauft, sowie Decken und Nahrungsmittel für die Überlebenden bereitgestellt. Niemietz vom Aktionsbündnis Deutschland Hilft betonte im Gespräch mit der AP, allein das Hilfswerk Malteser habe seit dem Zyklon vor rund zwei Wochen mehr als 100.000 Euro für Hilfsmaterial und Lebensmittel ausgegeben.

Simone Pott, Sprecherin der Welthungerhilfe, sagte laut "Frankfurter Rundschau", ihre Organisation habe sofort Reis und Notunterkünfte verteilen können. Anders als derzeit medial vermittelt, sei Birma für Helfer "kein Niemandsland". Ein gutes Dutzend ausländischer Organisationen sei dort seit Jahren tätig, die Welthungerhilfe beispielsweise seit 2002.

Nach Einschätzung des Hilfswerks World Vision wird der Wiederaufbau in Birma mindestens zwei bis drei Jahre dauern. Diese Einschätzung hätten Helfer nach ihren Einsätzen in dem südostasiatischen Land mitgeteilt, erklärte World Vision.

Unterdessen hat die Militärregierung ihre Einschränkungen für internationale Helfer offenbar weiter gelockert: Die Junta habe eine Genehmigung erteilt, dass World Vision die Verteilung der Hilfsgüter selbst kontrollieren dürfe.

Auch die Aktion Deutschland Hilft berichtete, der Zugang für humanitäre Hilfe in die am schwersten betroffenen Gebiete habe sich nach größeren anfänglichen Schwierigkeiten schrittweise verbessert. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) erklärte, zwei erfahrene Helfer hätten endlich Visa erhalten und könnten nun nach Birma reisen. Zwar seien die Informationen über die Lage dort sehr unterschiedlich. "Zumindest aber scheint sich die Situation in Birma für internationale Hilfe zu entspannen", erklärte der ASB.

Quelle: ap

 
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