Gummigeschoss traf am Kopf: Deutscher bei Demonstration in Israel schwer verletzt
zuletzt aktualisiert: 13.08.2006 - 10:40Jerusalem (rpo). Ein 27-jähriger Deutscher ist in Israel bei einer Demonstration schwer verletzt worden. Er hatte an einer Protestkundgebung gegen den Grenzzaun zum Westjordanland teilgenommen. Ein israelischer Grenzpolizist schoss dem Mann mit einem Gummi-Projektil in den Kopf.
Der 27-jährige Rechtsanwalt Lymor Goldstein demonstrierte mit rund 100 anderen Personen gegen den Grenzzaun in der Stadt Bilin. Die Demonstranten näherten sich einer Straßensperre bis auf 50 bis 70 Meter. Nachdem die Polizisten die Demonstranten per Megafon gewarnt hatten, eröffneten sie das Feuer und rückten gegen die Menschenmenge vor. Auf einem Video ist zu sehen, dass Demonstranten mit Knüppeln geschlagen wurden. Demonstranten warfen der Polizei vor, sich nicht schnell genug um die Verletzten gekümmert zu haben.
Einem Krankenhaussprecher zufolge musste das Geschoss, das Goldstein getroffen hatte, operativ entfernt werden. Die Ärzte fürchten nach Angaben einer Bekannten Goldsteins, dass ihr Patient möglicherweise bleibende Schäden davontragen wird. In der zweieinhalbstündigen Operation in der Klinik Tel Haschomer wurden Teile des Gehirns und Schädelsplitter entfernt.
Gummigeschosse werden von der Polizei gegen Demonstranten eingesetzt. Auf kurze Entfernung und aus Sturmgewehren abgefeuert, können sie unter Umständen tödliche Verletzungen hervorrufen.
Die Demonstrationen gegen den Grenzzaun in Bilin finden wöchentlich statt. Bereits Ende Mai waren dabei eine Deutsche und zwei weitere ausländische Demonstrantinnen leicht verletzt worden.
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