Auswärtiges Amt verlangt Aufklärung: Deutscher ohne Begründung zwei Tage in US-Haft
zuletzt aktualisiert: 04.01.2007 - 21:08Berlin/ Las Vegas (RPO). Ein Deutscher syrischer Abstammung ist ohne Begründung zwei Tage lang in einem Gefängnis in den USA festgehalten worden. Der 62 Jahre alte Mann wollte seine Tochter besuchen. In Las Vegas wurde er zunächst verhört. Deutsche Behörden verlangen jetzt Aufklärung über den Vorfall.
Die Bundesregierung verlangt von den US-Behörden Aufklärung darüber, weshalb einem deutschen Geschäftsmann syrischer Herkunft die Einreise verweigert worden ist. Das deutsche Generalkonsulat in Los Angeles werde eine entsprechende schriftliche Anfrage an die US-Einwanderungsbehörde in Las Vegas richten, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Donnerstag in Berlin. Der 62-jährige Geschäftsmann war vier Tage lang in einer Gefängniszelle in Las Vegas festgehalten worden. Anschließend musste er zurück nach Deutschland fliegen.
Majed Shehadeh war am Donnerstag vergangener Woche von Frankfurt nach Las Vegas geflogen, wo er seine Frau, eine US-Bürgerin, treffen wollte. Das Paar wollte anschließend Shehadehs Tochter in Kalifornien besuchen und deren bestandene Anwaltsprüfung feiern. Nach seiner Ankunft habe er seinen deutschen Pass vorgezeigt, erklärte Shehadeh am Dienstag. Der Beamte habe sich angesehen, welche Länder er, Shehadeh, zuvor besucht habe und Stempel entdeckt, die arabisch wirkten. "Er fragte, ob die gefälscht seien", sagte der Geschäftsmann.
Daraufhin sei er auf dem Flughafen mehr als zwölf Stunden lang vom Grenzschutz und Beamten der Bundespolizei FBI vernommen worden. Dann seien ihm Handschellen angelegt worden, und er sei in einem Polizeiwagen in eine Gefängniszelle gebracht worden. "Niemand hat mich je darüber informiert, warum ich vernommen wurde. Alles, was man mir gesagt hat war, das dies mit Washington zu tun habe." Behördenmitarbeiter erklärten seiner Familie, die für deutsche Staatsbürger übliche Befreiung von der Visapflicht sei ihm verweigert worden, wie seine Frau, Joanne Mulligan, sagte.
Im Gefängnis seien ihm seine Schuhe, Jacke und Herzmedikamente abgenommen worden, sagte Shehadeh. Die Zelle habe er sich mit etwa 25 weiteren Insassen geteilt. In der Mitte des Raums habe es eine einzelne Toilette gegeben, der Zugang zu einem Telefon sei stark beschränkt gewesen. Am Sonntag wurde Shehadeh freigelassen und zurück nach Frankfurt geschickt.
Der Rat für Islamisch-Amerikanische Beziehungen (CAIR) verwies auf ähnliche Zwischenfälle in der jüngeren Vergangenheit, die ebenfalls muslimische Passagiere betrafen.
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