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Angeblich Vater von 470 Kindern: Deutscher "Superpapa" in Paraguay festgenommen

zuletzt aktualisiert: 23.08.2006 - 10:59

Asunción (rpo). Der Deutsche Jürgen Hass, der nach eigenen Angaben weltweit mehr als 370 Kinder adoptiert hat, ist in Paraguay verhaftet worden. Der 56-Jährige soll die Vaterschaft für rund 30 paraguayische Kinder ubernommen haben, um sie nach Deutschland zu bringen und hier Kindergeld einzufordern.

Mit seinen massenhaften Adoptionen hatte Hass in den vergangenen Wochen auch in Paraguay Schlagzeilen gemacht, die Medien bezeichneten ihn als "Superpapa". Nach Polizeiangaben wird er jetzt beschuldigt, gegen das Adoptionsrecht verstoßen zu haben. Hass' Verteidiger Enrique Chena kündigte an, er werde versuchen, eine mögliche Auslieferung seines Mandanten nach Deutschland zu verhindern.

Laut Polizeiangaben erklärte Hass, er habe weltweit mehr als 370 Kinder unterschiedlichen Alters adoptiert, unter anderem in Russland, Rumänien, Indien und Pakistan. Aus Paraguay sei aber noch keines der adoptierten Kinder nach Deutschland gekommen.

In einem Rundfunkinterview am Dienstag bezeichnetet Hass die Adoptionen als Wohltätigkeit. "Diese armen Kinder bekommen die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, zu studieren und bessere Jobs in zu bekommen", sagte Hass einem lokalen Radiosender.

Im "Spiegel" hatte der Frühpensionär sein Vorgehen damit begründet, dass er den Kindern helfen und zugleich "einen persönlichen, privaten Rachefeldzug" gegen den deutschen Staat führen wolle. Er war 1987 wegen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden, fühlt sich aber unschuldig.

Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hatte im Juli die Entscheidung der Behörden bestätigt, kein Kindergeld für zwei Kinder von Hass im Ausland zu zahlen. Im Einspruchsverfahren hatte Hass gedroht, sollte kein Kindergeld gezahlt werden, werde er mit weit über 1.000 Kindern und Müttern nach Deutschland kommen, um hier Leistungen nach Hartz IV zu beantragen.


 
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