"Blauer Wittelsbacher": Diamant für 16 Millionen Pfund versteigert
zuletzt aktualisiert: 10.12.2008 - 20:21London (RPO). Ein seltener naturblauer Diamant wurde in London für eine absolute Rekordsumme versteigert. Er erzielte 16,4 Millionen Pfund (18,78 Millionen Euro), wie das Auktionshaus Christie's am Mittwoch mitteilte. Der "Blaue Wittelsbacher" zierte einst die bayerische Krone.
Das was fast doppelt so viel, als vor der Versteigerung erwartet worden war, und der höchste Preis, der jemals überhaupt für einen Edelstein bezahlt wurde. Neuer Besitzer wurde Christie's zufolge der internationale Diamantenhändler und Milliardär Laurence Graff.
Der nach dem Adelsgeschlecht der Wittelsbacher benannte Edelstein wiegt 35,56 Karat und wird wegen seiner Farbe und Reinheit gerne mit dem berühmten Hope-Diamanten verglichen. Der Wittelsbach-Diamant ist zwar deutlich kleiner als der Hope, war jedoch bei den europäischen Herrschern über Jahrhunderte sehr beliebt.
König Philip IV. von Spanien kaufte den Stein 1664 und machte ihn zu einem Teil der Aussteuer für seine Tochter Margarita Teresa. Als sie im jungen Alter starb, blieb der Diamant im Besitz ihres Ehemannes Leopold I. von Österreich und wurde an dessen Erben weitergegeben.
Den Namen der Wittelsbacher bekam der Stein nach 1722, als Leopolds Enkelin Karl von Bayern heiratete, ein Mitglied der Familie Wittelsbach. Der Diamant blieb im Besitz des Adelsgeschlechts, bis er nach dem Ersten Weltkrieg verlorenging. Christie's versteigerte den blauen Diamanten erstmals 1931. Danach verschwand der Edelstein aus der Öffentlichkeit. Er tauchte in den 60er Jahren wieder auf, als ein Juwelier seine historische Bedeutung erkannte und eine weitere Bearbeitung ablehnte.
Farbige Diamanten erzielen wegen ihrer Seltenheit stets hohe Preise bei Versteigerungen. Ein deutlich kleinerer blauer Stein von 13,39 Karat wechselte im Mai für umgerechnet sieben Millionen Euro den Besitzer.
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