Vereinte Nationen rufen auf: Die Welt soll einen Tag hungern
zuletzt aktualisiert: 11.11.2009 - 20:20Rom (RPO). Am kommenden Wochenende soll die ganze Welt einen Tag lang hungern. Zu dieser Aktion haben die Vereinten Nationen aufgerufen, um gegen die Rekordzahl von mehr als einer Milliarde Hungernden in der Welt zu protestieren.
Das sagte der Chef der UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO), Jacques Diouf, am Mittwoch in Rom. Ziel sei es, eine "symbolische Solidaritätsbekundung" mit den Hungernden der Welt abzugeben. Zudem rief er dazu auf, eine ins Internet gestellte Petition per Mausklick zu unterzeichnen, um die Staats- und Regierungschefs der Industrienationen zum Kampf gegen den Hunger anzuhalten.
Vor einem von der FAO organisierten Welternährungsgipfel in Rom forderte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) die G-8-Staaten dazu auf, ihre bei ihrem Treffen im italienischen L'Aquila gemachten Zusagen einzuhalten und 20 Milliarden Dollar (13,3 Milliarden Euro) für den Kampf gegen den Hunger zur Verfügung zu stellen.
Dass die Staats- und Regierungschefs der G-8-Staaten nicht die Absicht hätten, zu dem Ernährungsgipfel vom 16. bis zum 18. November zu kommen, sei "eine Tragödie", sagte MSF-Mitarbeiter Daniel Berman in Rom. Im Kampf gegen den Hunger müssten neben der landwirtschaftlichen Entwicklung auch Ernährungsprogramme mehr gefördert werden, forderte er.
Nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef leiden in den Entwicklungsländern 200 Millionen Kinder unter fünf Jahren wegen Unterernährung an Wachstumsstörungen. Weltweit sei Unterernährung für mehr als ein Drittel der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren verantwortlich, hieß es in einem in New York vorgestellten Bericht.
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