Bewegende Bilder aus Bangladesch: Diese Frau weint um ihre beiden Töchter
zuletzt aktualisiert: 20.11.2007 - 11:34Bonn (RPO). Die ersten Helfer erreichen die vom Zyklon "Sidr" verwüsteten Gebiete. Was sie sehen, treibt ihnen die Tränen in die Augen. Die Menschen haben alles verloren, was ihnen lieb und teuer war. Die Bilder, die uns über die Agenturen aus Bangladesch erreichen, erzählen viele Geschichten. Die meisten davon handeln von Tod und Elend. Andere machen Hoffnung.
Vor allem Kinder und Alte trifft es hart. Sie brauchen am dringendsten Hilfe. Wo die Helfer ein Dorf erreichen, bilden sich lange Schlangen. Die Menschen haben Hunger und Durst. Ihre Hütten, ganze Dörfer, sind verschwunden. Was ihnen bleibt ist das nackte Leben.
Die Hilfsmaßnahmen gestalten sich schwierig, berichten die Helfer vom Roten Kreuz. Rund zwei Millionen Menschen seien immer noch von jeder Hilfe abgeschnitten. "Zum Teil kann man nur mit Helikoptern in die Gebiete hineinfliegen", sagt die Leiterin des Büros der Hilfsorganisation in Bangladesh, Silvia Johnson, im rbb-Inforadio.
Am dringendsten werde Nahrung benötigt. Ungefähr 80 Prozent der aktuellen Ernte seien zerstört. Es gebe keine Möglichkeit, dass die Menschen sich selber ernähren könnten. Zudem fehlten Kleidung und Medizin. Die Lage sei in diesem Jahr besonders schwierig, weil durch die Überschwemmungen im Juli und August schon die letzte Ernte zu 70 Prozent zerstört worden sei. Bangladesch hat drei Ernten pro Jahr.
400.000 Kleinkinder betroffen
Das Kinderhilfswerk Unicef berichtete, dass allein 400.000 Kleinkinder von Krankheiten wie Durchfall und Cholera bedroht seien. Schätzungsweise 3.500 Schulgebäude seien nicht mehr funktionsfähig. CARE Deutschland-Luxemburg (CARE DL) erklärte in Bonn, es sei jetzt wichtig, Seuchen zu verhindern. Viele der Leichen seien noch nicht geborgen, das Trinkwasser müsse aufbereitet werden. Zusätzlich baut CARE 15 Wasserpumpen auf, die das Salzwasser abpumpen und so der Versalzung der Böden und Brunnen vorbeugen. In manchen Dörfern habe der Zyklon Sidr, der am Donnerstagabend auf Bangladeschs Küste traf, bis zu 80 Prozent aller Häuser zerstört.
Mehr als 2500 Menschen sind tot. Noch immer steigen die Todeszahlen. Die Regierung schätzt, dass drei Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen sind. Etwa 150 Fischerboote und Hunderte Fischer, die während des Zyklons auf See waren, werden noch vermisst. Der Wirbelsturm zerstörte ebenfalls Teile der Sundarban-Mangrovenwälder, eines der weltweit größten Mangrovengebiete.
Spendenhinweise
Aktion Deutschland Hilft, Spendenkonto 10 20 30, Bank für Sozialwirtschaft (370 205 00), Stichwort: Bangladesch
Caritas international, Konto 202, Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe, BLZ 660 205 00, Stichwort: Fluthilfe Asien
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