| 17.31 Uhr

Bukarest
Zahl der Todesopfer nach Disco-Brand auf 44 gestiegen

Schwere Explosion in rumänischer Disco
Schwere Explosion in rumänischer Disco FOTO: dpa, rg cs
Bukarest. Eine Woche nach dem verheerenden Brand in einer Diskothek in der rumänischen Hauptstadt Bukarest ist die Zahl der Todesopfer auf 44 gestiegen. Nach den Disco-Besitzern wurde nun auch der zuständige Bezirksbürgermeister festgenommen. 

Am Samstag erlagen neun und am Sonntag drei weitere Clubbesucher ihren Verbrennungen, wie Ärzte mitteilten.

Das Feuer war während eines Konzerts offenbar durch Feuerwerkskörper ausgelöst worden, die Brandschutzvorkehrungen waren mangelhaft. "Warum hat Rumänien nicht sofort internationale Hilfe angefordert?", fragte am Sonntag die Zeitung "Gandul". Die rumänischen Krankenhäuser seien durch die Aufnahme von mehr als 140 Verletzten überfordert gewesen.

Erst am Samstag waren 18 Schwerverletzte in Kliniken in Belgien, den Niederlanden und Österreich verlegt worden. Am Sonntag sollten nach Angaben des Verteidigungsministeriums zwei weitere Verletzte nach Großbritannien und Ungarn gebracht werden. Die ersten beiden Wochen gelten bei der Behandlung von Verbrennungsopfern als lebensentscheidend. Rund hundert Brandopfer sind insgesamt noch in Krankenhäusern.

Die drei Besitzer der Disco "Colectiv" waren am Dienstag festgenommen worden. Ihnen wird wegen Missachtung der Brandschutzvorschriften fahrlässige Tötung vorgeworfen. Am Samstagabend wurde überdies der zuständige Bezirksbürgermeister Cristian Popescu Piedone wegen Amtsmissbrauchs für 30 Tage in Untersuchungshaft genommen.

Der rumänische Präsident Klaus Iohannis hatte nach dem folgenschweren Brand eine "Inkompetenz der Behörden" gebrandmarkt und ein Ende der Korruption gefordert. Nach Massenprotesten als Reaktion auf das Unglück war Ministerpräsident Victor Ponta am Mittwoch zurückgetreten. Doch auch am Freitag trugen landesweit etwa 15.000 Rumänen ihre Wut über Missstände und Korruption auf die Straßen.

Am Samstag demonstrierten wieder 3000 Menschen in Bukarest für einen tiefgreifenden Wandel in ihrem Land. "Rumänien, wach auf", riefen sie auf dem Universitätsplatz der Hauptstadt.

(lsa/AFP)
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